Deutsche Bahn
Berliner S-Bahnen bremsen das Geschäft

Die Dauerprobleme bei der S-Bahn-Berlin sowie ein schwächelnder Fernverkehr haben das Geschäft der Deutschen Bahn zu Jahresanfang nach einem Medienbericht gebremst.
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BerlinSowohl Umsatz als auch Gewinn lagen zwischen Januar und März unter den eigenen Vorgaben, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag aus dem Umfeld der Bahn-Finanzabteilung berichtete. Dazu führten die Strafzahlungen bei der S-Bahn-Berlin wegen fehlender Züge sowie ein besonders im Februar schwacher Fernverkehr. Besonders die Verkehrsleistung, also die Zahl der Passagiere kombiniert mit gefahrenen Kilometer, enttäuschte: Sie stagnierte im Vergleich zum Vorjahr und blieb damit klar unter den Erwartungen. Auch die Güterbahn entwickelte sich zu Jahresbeginn nicht ganz wie erhofft.

Dennoch lag der Umsatz im ersten Quartal mit knapp 9,3 Milliarden Euro um mehr als zehn Prozent über dem Vorjahr, ohne Berücksichtigung der Umsätze des 2010 gekauften britischen Verkehrskonzerns Arriva. Die Erlöse blieben aber ebenso unter den Erwartungen wie der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit): Mit rund 400 Millionen Euro lag er über dem Vorjahr aber unter der Planung.

Bahn-Logistik boomt im Aufschwung weiter

Das Umsatzplus im Vergleich zum Vorjahr ging vor allem auf die internationale Logistik von DB Schenker (Lkw, Flugzeug, Schiff) zurück, die besonders vom Wirtschaftsaufschwung profitierte: Schon 2010 hatten die transportierten Mengen das Vorkrisenniveau von 2008 erreicht und übertroffen. Im ersten Quartal wuchsen die über Land beförderten Mengen noch einmal um fast ein Drittel, aber auch See- und Luftfracht konnten insgesamt rund zehn Prozent mehr zulegen. Die Umsätze der Sparte stiegen so um ein Fünftel und lagen damit im Soll, obwohl die erzielten Transport-Preise das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht haben. DB Schenker ist weltweit eines der führenden Unternehmen in der Logistik.

Im Gesamtjahr 2011 peilt der Bahn-Konzern einen Betriebsgewinn unter Einschluss von Arriva von knapp 2,4 Milliarden Euro an. Der Umsatz soll auf über 38 Milliarden Euro klettern. Die Bahn wollte sich nicht zu den Quartalszahlen äußern. Sie gibt gewöhnlich lediglich die Halbjahres-Ergebnisse bekannt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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