Deutsche Bahn
Bitte einsteigen – in den Internet-Bummelzug!

Wer in einem Zug der Deutschen Bahn im Internet surfen will, ärgert sich oft über die schlechte Verbindung. Anders läuft es in Schweden und der Schweiz. Warum die Bahn trotzdem an ihrer falschen Wlan-Strategie festhält.
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Berlin/StockholmTelefonieren und Surfen im Zug wird auch auf Jahre in Deutschland kein Vergnügen sein. Selbst wenn die Deutsche Bahn ihr Versprechen einlöst, im nächsten Jahr kostenlosen Internetzugang in allen ihren Fernzügen auch in der zweiten Klasse anzubieten. Im Regionalverkehr bleibt das Smartphone vorerst oft stumm. Das Netz entlang der Schienenwege ist lückenhaft und damit unzuverlässig. Der Staat, die Eisenbahngesellschaften und die Telekomfirmen streiten darum, wer dem Internet-Bummelzug endlich Tempo machen soll. Aus gutem Grund. Eine Studie der Unternehmensberatung AT Kearny rechnet vor, dass die flächendeckende Versorgung mit Wlan und Verstärkern im Nahverkehr auf der Schiene 1,3 Milliarden Euro kosten würde.

Die Studie ist eine Gemeinschaftsarbeit von Deutscher Telekom, Vodafone, Telefonica, den Eisenbahnunternehmen Deutsche Bahn und Netinera sowie mehreren Verkehrsverbünden, die für den Nah-und Regionalverkehr auf der Schiene zuständig sind. Und die Studie soll Eindruck machen beim Bund. Nicht ohne Grund schließt die Präsentation mit der Forderung des Präsidenten des Dachverband der Nachverkehrsträger (BAG-SPNV) Thomas Geyer: „Für eine flächendeckende Ausstattung sind auch weitere Anstrengungen des Bundes erforderlich.“

Doch der Bund denkt gar nicht daran, sich mit zusätzlichen Millionen zu beteiligen. Auf einem Branchentreff stellte Hugo Gratza, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, kürzlich unmissverständlich klar, was Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) von solchen Forderungen hält: gar nichts. Internet und Telefonie im Zug seien heutzutage wie die Zugbeleuchtung. Und da stelle ja auch niemand die Forderung nach zusätzlichen Staatsmitteln, sagte Gratza.

Der Bund zieht sich auf die Position zurück, dass die Subventionen für den Regionalverkehr gerade von 7,4 Milliarden auf acht Milliarden Euro ab 2016 aufgestockt worden seien. Zudem kommen jedes Jahr 1,8 Prozent an Bundesmitteln obendrauf. Mit diesem Geld finanzieren die Bundesländer über ihre Verkehrsträger wie zum Beispiel den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) den Nah- und Regionalverkehr auf der Schiene. Die Strecken werden ausgeschrieben und Bahnbetreiber wie DB oder Netinera lassen die Züge fahren.

Und die wiederum sind so ausgestattet wie ein VRR oder ein anderer so genannter Aufgabenträger sie haben will. Mit oder ohne Wlan und Verstärkertechnik. Die Bahnen argumentieren deshalb: gefahren wird, was bestellt ist. „Es ist an den Ländern, Wlan zu bestellen“, sagt Bahnchef Rüdiger Grube.

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Für die Aufrüstung des Netzes sind 400 Millionen Euro vorgesehen

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  • Was im Artikel nicht klar genug herauskommt. Man muss sauber unterscheiden zwischen zwei Problemen beim Internetzugang:
    1. unzureichende Netzabdeckung und 2. fehlende In-Train-Repeater (im Artikel Verstärker genannt)

    Oftmals ist nämlich gar nicht die Netzabdeckung das Problem, sondern die metallbedampften Scheiben der Bahn die die Strahlung abschwächen. Um die Strahlung zwischne außen und innen hin und her zu senden benötigt man deshalb die Repeater.

    Der Aufbau eines WLAN Hotspots im Zug ist kein großer Unterschied zum Repeater. Auch WLAN läuft bei der Bahn über eine Mobilfunkverbindung. Der WLAN Hot Spot im Zug benötigt dazu Kontakt nach außen. Ob WLAN Hotspot oder In-Train-Mifi Repeater dürften sich kostentechnisch nicht viel nehmen, auch wenn ich dem Artikel insofern Recht gebe, dass der reine Repeater die bessere Wahl wäre. Bisher setzte die Bahn auf WLAN, weil sie durch den Verkauf des Internetzugangs sich so die Kosten finanzieren lassen wollte. Das geht mit der Buskonkurrenz nun so nicht mehr.

  • Das Internet ist doch in Deutschland sowieso nur auf dem Stand von Rumänien. Naja was für Merkel Neuland ist, braucht ja auch kein anderer. Wer in Deutschland Zug fährt, muss ja eh masochistisch veranlagt sein. Zugfahren muss doch nur teuer sein oder nicht? Wie würde ein CDU-Politiker dazu sagen? "Wer Service für sein Geld verlangt, dem steht es frei Deutschland zu verlassen!"
    Denn Service darf es nur für Flüchtlinge geben und auf keinen Fall für Steuerzahler! Und für Flüchtlinge selbstverständlich kostenlos!!

  • Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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