Deutsche Bahn
Der lange Weg zum sauberen Konzern

Für seine starken Worte ist Hartmut Mehdorn bekannt. Nur zu gerne sieht sich der Deutsche-Bahn-Chef als Saubermann der deutschen Wirtschaft, der unerbittlich gegen Korruption vorgeht. Jetzt steht Mehdorn selbst am Pranger: Denn auch die Bahn hat Jahre lang mit der durch die Telekom-Spitzelaffäre in Verruf geratenen Berliner Ermittlerfirma Network zusammengearbeitet.

DÜSSELDORF. Für starke Worte ist Hartmut Mehdorn immer gut. Das jüngste formulierte der Bahnchef gestern: "Null Toleranz bei Korruption", ließ er verkünden. Eher als andere Unternehmenslenker, betont Mehdorn gern, habe er schon vor Jahren erkannt, welche verheerenden Auswirkungen Wirtschaftskriminalität wie Korruption für das Image und auch für die Bilanz des Bahn-Konzerns haben. Und gerne präsentiert er sich als der Saubermann, der alle, die am Arbeitgeber vorbei in die eigene Tasche wirtschaften, gnadenlos verfolgt.

Doch das hat den Bahnchef nun selbst an den Pranger gebracht. Die Bahn hat bei der Korruptionsverfolgung fast zehn Jahre lang die durch die Telekom-Spitzelaffäre in Verruf geratene Berliner Ermittlerfirma Network Deutschland eingesetzt.

So musste Mehdorn seinen obersten Korruptionsbekämpfer, Frankfurts Ex-Oberstaatsanwalt Wolfgang Schaupensteiner, erklären lassen, dass der Konzern bei der Bekämpfung der internen Wirtschaftskriminalität ausschließlich legale Methoden einsetzte. Ein Detektiv, der für Network arbeitete, hatte hingegen behauptet, die Bahn habe Mitarbeiter ebenso ausspioniert wie die Telekom. Dabei seien auch Telefonverbindungen und Bankdaten ausgeforscht worden.

Wie kaum ein anderes Unternehmen sieht sich die Bahn durch Wirtschaftskriminalität bedroht. Mit einem jährlichen Auftragsvolumen um zehn Mrd. Euro, für das vom Bleistift bis zur Baumaschine, vom Laptop bis zur Lokomotive, Material beschafft und vor allem aber auch große Bauprojekte realisiert werden, wirkt der Konzernkoloss für manchen Mitarbeiter und manchen Auftragnehmer offenbar wie ein Selbstbedienungsladen, in dem sich zuweilen hemmungslos Geld auf die Seite schaffen lässt - was in der Vergangenheit auch immer wieder mal publik wurde.

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