Deutsche Bahn
Der Schuldenberg wächst immer weiter

Der Schuldenberg der Bahn wächst immer weiter: Schon 2018 dürfte er die Marke von 20 Milliarden Euro knacken, wie Insider berichten. Dabei sind die Kosten durch Streiks wie die der GDL noch gar nicht einkalkuliert.
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BerlinWegen schwacher Geschäfte und milliardenschwerer Investitionen türmt die Deutsche Bahn immer höhere Schuldenlasten auf. Die Planung sehe einen Anstieg bis 2018 auf fast 20 Milliarden Euro vor, sagten mehrere mit den Zahlen Vertraute am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Derzeit liegen sie bei gut 16 Milliarden Euro.

Allerdings würden die Verbindlichkeiten wohl noch rasanter steigen, hieß es: Der Plan sei vom Konzern selbst als veraltet bezeichnet worden. Der Konflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL sei dort noch nicht berücksichtigt. Die laufende Schlichtung wurde am Mittwoch um eine Woche verlängert. Den Insidern zufolge werden schon wegen der Streikkosten in diesem Jahr keine zwei Milliarden Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) erreicht, sondern wohl eher 1,7 Milliarden Euro.

Ein Bahn-Sprecher sagte, zu internen Zahlen nehme man nicht Stellung. Er verwies auf die Halbjahrespressekonferenz im Juli. In diesem Jahr haben vor allem die Lokführerstreiks das Unternehmen belastet. Der Konflikt soll per Schlichtung durch den früheren Ministerpräsidenten Brandenburgs, Matthias Platzeck, sowie Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow beigelegt werden. Beide erklärten am Mittwoch, es seien wichtige Schritte erreicht worden. Eine Verlängerung bis 25. Juni sei aber wegen der komplexen Materie nötig. Mit der Schlichtung wird auch die Friedenspflicht verlängert, während der nicht gestreikt werden darf.

Die Kosten der GDL-Streiks übersteigen sogar den Reingewinn (nach Zinsen, Steuern und Dividende) der Bahn des vergangenen Jahres. Dieser hatte unter anderem unter der Konkurrenz der Fernbusse, Streiks, Unwetter sowie Problemen im Güterverkehr gelitten. Finanzvorstand Richard Lutz hatte daher den Gewinn für dieses Jahr eine „echte Herausforderung“ genannt. Ein Bahnsprecher trat aber dem Eindruck entgegen, er habe so einen Verlust in Aussicht gestellt.

Allerdings war der Reingewinn 2014 zu niedrig, damit die Bahn die notwendigen Investitionen aus eigener Kraft bezahlen kann. Sie muss also sparen oder mehr Schulden machen. Von geplanten Zukäufen hat sie Abstand genommen.

Derzeit liegen die Zinsen zwar für einen Staatskonzern niedrig. Dennoch fressen sie einen Großteil des operativen Gewinns auf. Bahnchef Rüdiger Grube hatte bei Amtsantritt noch den Schuldenabbau als Kernziel genannt. Er wollte die Schulden bis Ende 2014 auf rund zehn Milliarden Euro senken. Jetzt wird er 2017 wohl das Doppelte ausweisen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Deutsche Bahn: Der Schuldenberg wächst immer weiter"

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  • Das Thema ist immer das gleiche, große Sprüche und dann machen sie sich doch alle nur die eigenen Taschen voll.
    Wenn man sich die Bahn unter Grube ansieht muss man mit erschrecken feststellen das er ein Klon von Angie sein könnte. Ruhige Hand > also nicht machen und alles schön reden.

  • Da muss ich leider sagen, der Bahnvorstand ist auf ganzer Linie gescheitert. Warum dann für 2014 die Boni erhöht wurden, das dürfte das Geheimnis des Aufsichtsrates bleiben.

    In den laufenden Verhadlungen hatte Grube ja erklärt, dass die Forderungen der GDL 100 Millionen ksoten würden. Da die Streikfolgekosten nun mindestens 3x so hoch sind, muss man sich wirklich fragen, was den Bahnvostand in diese Sackgasse treibt.

    Ich würde mal überprüfen, ob die Berater, sofern der Vorstand nicht resistent ist, was taugen oder nur Honorare abziehen.

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