Deutsche Bahn: Einspruch gegen S-Bahn-Vergabe in Nürnberg

Deutsche Bahn
Einspruch gegen S-Bahn-Vergabe in Nürnberg

Die Deutsche Bahn will die S-Bahn in Nürnberg nicht kampflos aufgeben: Sie geht gegen die Entscheidung vor, das Netz einem britischen Unternehmen zu überlassen. Die Überprüfung könnte bis zu einem halben Jahr dauern.
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NürnbergDie Deutsche Bahn wehrt sich gegen die Vergabe des Nürnberger S-Bahn-Netzes an das britische Unternehmen National Express Rail. Wie ein Bahn-Sprecher am Montag sagte, wurde bereits am Donnerstag Einspruch bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) eingelegt. „Das Angebot ist hinterfragenswert und wir wollen eine Neubewertung seitens der BEG“, sagte er.

Welche Punkte die Bahn konkret kritisiert, wollte der Sprecher nicht sagen. Die BEG hatte vor einer Woche mitgeteilt, dass das britische Unternehmen den Zuschlag für den Betrieb des S-Bahn-Verkehrs im Großraum Nürnberg von Dezember 2018 bis Dezember 2030 erhalten soll.

BEG-Geschäftsführer Johann Niggl hatte dabei betont, dass neben dem Preis auch Qualitätskriterien wichtig für die Entscheidungen gewesen seien. Am Schluss habe das „wirtschaftlichste Angebot den Zuschlag“ erhalten. Das britische Unternehmen wäre der erste private Betreiber eines größeren S-Bahn-Netzes in Deutschland.

Die Überprüfung der Entscheidung kann nun einige Wochen oder auch mehrere Monate dauern. Bei der Vergabe von zwei Regionalverbindungen in Nordrhein-Westfalen an National Express hatte die Bahn ebenfalls Einspruch eingelegt. Dieser war jedoch nicht erfolgreich und die in Köln ansässige deutsche Tochter der National Express Group will die Linien von Ende 2015 an betreiben.

Je länger die Überprüfung der Entscheidung durch die Vergabekammer in Bayern nun dauert, desto kürzer wird die Vorbereitungszeit bis Ende 2018. Kritiker hatten befürchtet, dass dreieinhalb Jahre Zeit ohnehin recht knapp sind, um ein S-Bahn-Netz aus dem Stand zu betreiben.

Die DB Regio hielt am Montag in Nürnberg eine Mitarbeiterversammlung ab, in der sie die Beschäftigten über den aktuellen Stand der Dinge informierte. Nach Bahn-Angaben sind etwa 450 Mitarbeiter betroffen. Die Gewerkschaft EVG spricht von bis zu 700 Betroffenen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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