Deutsche Bahn Fernzüge stellen Pünktlichkeits-Rekord ein

Die Deutsche Bahn war im Februar so pünktlich wie seit 2012 nicht mehr. 86,4 Prozent der Fernzüge kamen pünktlich im Zielbahnhof an. Das lag an der stabilen Wetterlage, aber auch am Zukunfts-Programm der Bahn.
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Seit 2011 veröffentlicht das Unternehmen Pünktlichkeitswerte von Fern- und Nahverkehrszügen. Die Statistik zeigt, dass der Nahverkehr pünktlicher ist (94,9 Prozent in 2016), als der Fernverkehr (78,9 Prozent in 2016). Quelle: dpa
Fernverkehr der Bahn

Seit 2011 veröffentlicht das Unternehmen Pünktlichkeitswerte von Fern- und Nahverkehrszügen. Die Statistik zeigt, dass der Nahverkehr pünktlicher ist (94,9 Prozent in 2016), als der Fernverkehr (78,9 Prozent in 2016).

(Foto: dpa)

BerlinDie Fernzüge der Deutschen Bahn waren im Februar so pünktlich wie seit Jahren nicht. 86,4 Prozent erreichten das Ziel im gesteckten Zeitrahmen, wie am Freitag aus der aktuellsten Statistik des Unternehmens hervorgeht. Damit sei der Spitzenwert vom Januar 2012 eingestellt. Von „pünktlich“ spricht die Bahn, wenn ein Zug weniger als sechs Minuten nach der Fahrplanzeit im Bahnhof eintrifft. Der gute Februar-Wert sei möglich gewesen, weil Sturmtief Thomas den Verkehr kaum beeinträchtigt habe. Die Bahn schreibt die Verbesserung auch ihrem Zukunfts-Programm zu.

Die monatlichen Pünktlichkeitswerte von Fern- und Nahverkehrszügen werden seit 2011 im Internet veröffentlicht. In der Regel sind S-Bahnen und Regionalzüge pünktlicher als die ICEs und Intercitys. Im Jahr 2016 waren 78,9 Prozent aller Fernzüge und 94,8 Prozent der Nahverkehrszüge pünktlich.

Das sind die größten Baustellen der Bahn
Fernverkehr
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Erst vor wenigen Tagen hat die Bahn den neuen ICE 4 vorgestellt – und sich im Fernverkehr Einiges vorgenommen. Um 25 Prozent soll das Angebot bis 2030 ausgebaut, fünfzig Millionen neue Fahrgäste gewonnen werden. Tatsächlich schafft es die Bahn mit ihrer Preisoffensive, etwa mit den 19-Euro-Tickets, mehr Fahrgäste in die Züge zu locken. Aber die Rendite leidet.

Güterverkehr
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Der Güterverkehr der Bahn ist ein Sanierungsfall. Zwar verbesserte sich das Ergebnis von DB Cargo im ersten Halbjahr 2016, aber die Sparte ist defizitär– und das schon seit Jahren. Zwischen 2007 und 2015 stagnierte die Verkehrsleistung, und das in einer boomenden Wirtschaft. Private Anbieter, auch auf der Straße, machen der Bahn zunehmend Konkurrenz.

Pünktlichkeit
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174,63 Millionen Minuten haben die Personen- und Güterzüge der Bahn 2015 an Verspätungen eingefahren. Hauptursache ist die wachsende Zahl von Baustellen. Zwar schneidet die Bahn im ersten Halbjahr 2016 besser ab. Aber: Das Bemühen um pünktliche Züge ist laut Bahnchef Grube „mit großen Kraftanstrengungen verbunden“.

Infrastruktur
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Die Bahn investiert viel Geld in die Infrastruktur: Gut 5,2 Milliarden Euro flossen 2015 etwa in die Instandhaltung von Schienenwegen und Brücken. Doch es hapert bei der Koordinierung der vielen Baustellen. Und so verursacht die von Konzernchef Grube gefeierte „größte Modernisierungsoffensive in der Bahn-Geschichte“ vor allem eines: Verspätungen.

Privatisierung
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Die Bahn braucht Geld, um den Schuldenanstieg zu bremsen. Geplant war deshalb ein Verkauf von maximal 40 Prozent der britischen Tochter Arriva und des Transport- und Logistikkonzerns DB Schenker. Arriva sollte im zweiten Quartal 2017 an der Londoner Börse starten, Schenker danach in Frankfurt. Doch die Pläne sind jetzt vom Tisch.

Stuttgart 21
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Bahnchef Grube feierte kürzlich die Grundsteinlegung für den Stuttgarter Tiefbahnhof, aber das Großprojekt bleibt umstritten. Beim Volksentscheid 2011 war noch von 4,5 Milliarden Euro Kosten die Rede. Der Bundesrechnungshof hält nun offenbar zehn Milliarden Euro für möglich, Grube selbst spricht von 6,5 Milliarden Euro.

  • dpa
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