Deutsche Bahn: Gewerkschaft will Schienenfonds

Deutsche Bahn
Gewerkschaft will Schienenfonds

Es herrscht seltene Eintracht: Normalerweise sind die Eisenbahngewerkschaft EVG und die Deutsche Bahn erbitterte Widersacher, doch nun fordern beide einen Bundesfonds, um den Ausbau der Schienennetze zu sichern.
  • 0

BerlinDie Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) appelliert an die Bundesregierung, die Finanzierung des deutschen Schienennetzes langfristig zu sichern. Um das 34.000 Kilometer lange Streckennetz zu erhalten, würden jährlich 4,2 Milliarden Euro gebraucht, sagte der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. In diesem Jahr seien es lediglich 3,25 Milliarden Euro, einschließlich des Eigenanteils der Bahn von 500 Millionen Euro und eines Sonderprogramms für die Brückensanierung.

Kirchner unterstützte den Vorschlag von Bahnchef Rüdiger Grube, einen Schienenfonds einzurichten. „Die Mittel sollten nicht jährlich festgeschrieben werden, sondern zweckgebunden für die Wartung des Netzes aus dem Fonds abgerufen werden können“, erläuterte der Gewerkschaftschef, der stellvertretender Vorsitzender des Bahn-Aufsichtsrats ist. Investitionsmittel, die in einem Jahr nicht verbraucht werden, müssten dann nicht mehr wie bislang in den Bundeshaushalt zurückfließen.

Kirchner erwartet, dass von den fünf Milliarden Euro, die die Bundesregierung in dieser Legislaturperiode zusätzlich für die Verkehrsinfrastruktur ausgeben will, etwa zwei Milliarden dem Schienennetz zugute kommen – das wären 500 Millionen Euro pro Jahr. Wenn der Bund außerdem die zuletzt kassierte Dividende von 525 Millionen Euro dem Schienennetz zur Verfügung stelle und Mittel aus den Streckenneubau in den Erhalt umschichte, „könnten wir vielleicht hinkommen“. Am 30. Januar wolle der Bahn-Vorstand den Aufsichtsrat über den Verhandlungsstand mit dem Bund über die Finanzierung für 2014 und 2015 informieren.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Deutsche Bahn: Gewerkschaft will Schienenfonds"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%