Deutsche Bahn
Gewerkschafter kritisieren Grubes Umbaupläne

Die Bahn hat die Weichen für den Sanierungsplan von Rüdiger Grube gestellt. Der Konzern nimmt dafür 20 Milliarden Euro in die Hand – spart aber bei der Gütertochter. Arbeitnehmervertreter bleiben skeptisch.

BerlinMit mehr Investitionen und einer effizienteren Struktur will die Deutsche Bahn zurück in die Erfolgsspur. Der Aufsichtsrat der Staatskonzerns billigte am Mittwoch ein entsprechendes Konzept von Vorstandschef Rüdiger Grube.

Schwerpunkt sei das mehrjährige Programm „Zukunft Bahn“, teilte das Unternehmen nach der Sitzung der Kontrolleure mit. Es sieht Investitionen von 20 Milliarden Euro vor, mit denen der Zugverkehr für die Kunden attraktiver und pünktlicher werden soll.

Die Bahn sprach von „weitreichenden Beschlüssen zur Zukunft des Unternehmens“. Wichtige Details zu dem geplanten Maßnahmenbündel ließ der Konzern aber noch offen. Grube und seine Vorstandskollegen wollen das Programm am Donnerstag der Öffentlichkeit offiziell vorstellen. Die Aufseher unterstützten „ausdrücklich den Kurs des Vorstandes für mehr Qualität, Pünktlichkeit und Wirtschaftlichkeit“, ließ sich Aufsichtsratschef Utz-Hellmuth Felcht zitieren.

Zugleich hieß es aber auch: „Der Vorstand wird mit dem Aufsichtsrat weitere Konkretisierungen im Jahr 2016 diskutieren.“ Umstritten war zuletzt vor allem, wie es mit dem notleidende Schienengüterverkehr weitergeht. Aus dem Umfeld des Aufsichtsrats hieß es, die Güterbahn DB Schenker Rail solle in den Jahren 2016 und 2017 saniert werden. Von 2018 an solle die Sparte dann wieder ein Prozent stärker als der Marktdurchschnitt wachsen.

Gewerkschaften und Arbeitnehmervertreter äußerten sich skeptisch nach der Aufsichtsratssitzung zum Umbau des Bahnkonzerns. „Nicht in allen Bereichen ist eine nachhaltige Strategie erkennbar“, sagte Alexander Kirchner, Vorsitzender der Eisenbahnergewerkschaft  EVG.

Er vermisst vor allem Aussagen, welchen Folgen der Plan des Konzernchefs Rüdiger Grube für die Beschäftigten haben wird. Darüber, sagte ein Bahnaufsichtsrat dem Handelsblatt, sei auf der achtstündigen Sitzung am Mittwoch gar nicht gesprochen worden.

Nach Informationen der „Stuttgarter Zeitung“ (Donnerstag) will der Vorstand mindestens 2600 der 31.000 Stellen bei Schenker Rail streichen. Grube hatte im Oktober angekündigt, dass bei der Güterbahn „im Zuge der Umstrukturierung Arbeitsplätze verloren gehen“. Er versprach damals, dass niemand arbeitslos werde. Die Bahn hat einen internen Stellenmarkt mit Vermittlung und Möglichkeiten der Umschulung und Weiterqualifizierung.

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