Deutsche Bahn
Grube reicht Bahn-Gewerkschaften die Hand

Der baldige Bahn-Chef Rüdiger Grube musste seine erste große Prüfung bestehen, obwohl er noch gar nicht im Amt ist: Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat werden ihn unterstützen. Allerdings musste Grube ihnen dafür kräftig entgegenkommen.

BERLIN. Die Gewerkschaften Transnet und GDBA haben den Weg für Daimler-Manager Rüdiger Grube als neuen Mann an der Spitze der Deutschen Bahn frei gemacht. „Wir trauen Herrn Grube einen Neuanfang zu und werden seine Bestellung im Aufsichtsrat unterstützen“, sagte GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel nach einem Treffen der Hauptvorstände beider Gewerkschaften mit dem Kandidaten der Bundesregierung.

Die Bestellung Grubes durch den Aufsichtsrat, der jeweils zur Hälfte vom Eigentümer Bund und von den Arbeitnehmern besetzt wird, ist damit nur noch reine Formsache. Sie soll noch im April stattfinden, damit Grube pünktlich zum 1. Mai sein neues Amt antreten kann.

Zuvor hatten die Gewerkschaften in einem mehr als zweistündigen Gespräch in „wesentlichen Punkten“ Einigkeit mit dem designierten Nachfolger Hartmut Mehdorns erzielt. Der frühere Bahnchef hatte Anfang vergangener Woche nach dem Bekanntwerden neuer belastender Details in der Datenaffäre seinen Rücktritt angeboten, nicht zuletzt auf Druck der Gewerkschaften.

Vor allem sicherte Grube wie vorher schon Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) eine lückenlose Aufklärung der Datenaffäre zu. Grube habe angekündigt, er wolle „auf die Arbeitnehmer zugehen, um verlorengegangenes Vertrauen wieder herzustellen,“ sagte der Transnet-Vorsitzende Alexander Kirchner. Dies schließe weitere „personelle Konsequenzen“ im Management der Bahn ein. In diesem Zusammenhang fiel gestern auch der Name von Personalvorstand Norbert Hansen, der erst im vergangenen Jahr seinen Job als Transnet-Chef aufgegeben hatte, um in die Führungsriege der Bahn zu wechseln.

Außerdem habe Grube die Erhaltung des integrierten Bahnkonzerns aus Schiene und Betrieb zugesichert. Dabei geht es den Gewerkschaften vor allem um die Sicherung des konzernweiten Arbeitsmarkts „als Garant für Beschäftigung und sichere Arbeitsplätze“, wie es in einem mit Verkehrsminister Tiefensee abgestimmten Memorandum heißt. Grube will es nach seiner Bestellung durch den Aufsichtsrat unterzeichnen.

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