Deutsche Bahn ICE-Strecke durch Thüringer Wald fertiggestellt

Die ICE-Strecke zwischen Erfurt und dem fränkischen Ebensfeld ist fertig. Der Lückenschluss zwischen Thüringen und Bayern gilt vor allem als eine technische Leistung. Im Oktober sollen die ersten Testzüge fahren.
Mit der neuen ICE-Verbindung werde das Fernverkehrsangebot in Ostdeutschland und im mitteldeutschen Raum neu geordnet, erklärte der Thüringer Verkehrsstaatssekretär Klaus Sühl. Quelle: dpa
Anschluss an internationales Hochgeschwindigkeitsnetz

Mit der neuen ICE-Verbindung werde das Fernverkehrsangebot in Ostdeutschland und im mitteldeutschen Raum neu geordnet, erklärte der Thüringer Verkehrsstaatssekretär Klaus Sühl.

(Foto: dpa)

SchalkauAuf der ICE-Neubaustrecke durch den Thüringer Wald sollen ab Mitte Oktober die ersten schnellen Testzüge fahren. Zum feierlichen Lückenschluss auf der Trasse rollte bereits am Freitag ein Zug mit Vertretern der Bahn und der Politik über die Landesgrenze von Thüringen nach Bayern. Der jetzt fertiggestellte 107 Kilometer lange Abschnitt zwischen Erfurt und dem fränkischen Ebensfeld ist Teil der Hochgeschwindigkeitsstrecke Berlin-München. Die Gesamtverbindung wird mit der Trasse durch den Thüringer Wald laut Bahn zum Fahrplanwechsel Ende 2017 in Betrieb gehen. Die Fahrzeit zwischen Berlin und München verkürzt sich dann um zwei auf vier Stunden.

Mit der neuen ICE-Verbindung werde das Fernverkehrsangebot in Ostdeutschland und im mitteldeutschen Raum neu geordnet, erklärte der Thüringer Verkehrsstaatssekretär Klaus Sühl. Thüringen erhalte damit zugleich Anschluss an das internationale Hochgeschwindigkeitsnetz. 2017 und 2018 werde der Freistaat zusätzliche Mittel zur Verfügung stellen, um den Nahverkehr an die Fernlinien anzubinden, kündigte Sühl an.

Das sind die größten Regional-Konkurrenten der Bahn
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In Großbritannien transportiert die Gesellschaft Go-Ahead eigenen Angaben zufolge mit 26.000 Mitarbeitern rund ein Drittel aller Bahnreisenden. So zum Beispiel „Ozzy“ Osbourne, Ex-Lead-Sänger der Band Black Sabbath, in Birmingham (Foto, Mitte). Das Unternehmen, das 1987 im Zuge der Privatisierung städtischer Busnetze durch ein Management-Buyout entstand, gehört inzwischen zu 30 Prozent der französischen SNCF-Tochter Keolis. In Baden-Württemberg will die 2014 in Berlin gestartete Deutschlandtochter nach der nun gewonnenen Ausschreibung 2019 Zugverbindungen aufnehmen.

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Die Pariser Gesellschaft Keolis, die in Deutschland die „Eurobahn“ (Foto) betreibt, ist eine 70-Prozent-Beteiligung der französischen Staatsbahn SNCF. Die restlichen 30 Prozent gehören einer kanadischen Pensionskasse. Keolis beschäftigt weltweit 60.000 Mitarbeitern und setzte zuletzt 5,6 Milliarden Euro um. Die von Düsseldorf aus gesteuerte Deutschland-Tochter ist in Ostwestfalen-Lippe, im sogenannten Hellweg-Netz zwischen Münster und Dortmund sowie zwischen Maas, Rhein und Lippe im Regionalverkehr aktiv. Ihr Marktanteil: Zwei Prozent.

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Die Hessische Landesbahn GmbH (HLB, Foto) gehört dem Land Hessen. Sie betreibt im Schienenverkehr die Strecken Lahntal-Vogelsberg-Rhön und Main-Lahn-Sieg. Hinzu kommen Verbindungen in der Wetterau, das Taunusnetz sowie die 3LänderBahn. In Deutschland kommt sie damit auf einen Marktanteil von drei Prozent.

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Das europaweit operierende Nahverkehrsunternehmen Abellio (Foto) wurde 2001 von der holländischen Staatsbahn Nederlandse Spoorwegen als NedRailways gegründet. Es beschäftigt mehr als 17.000 Mitarbeiter. Hierzulande zählen die Regionen Nordrhein Westfalen (Westfalen-Bahn) und Mitteldeutschland (Saale-Thüringen-Südharz-Netz) zu den Schwerpunkten. Gesteuert wird der Deutschlandbetrieb aus der Firmenzentrale in Berlin. Die operativen Einheiten sind Hagen, Halle/Saale und seit kurzem auch aus Stuttgart. Der Marktanteil liegt bei vier Prozent.

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Der Nahverkehrsanbieter Benex, der sich aus „Better Nexus“ („bessere Verbindung“) abkürzt, gehört zu 51 Prozent der Hamburger Hochbahn AG (HHA). Den Rest stellt der britische Infrastrukturfonds International Public Partnerships. Das Unternehmen mit 1.890 Mitarbeitern und 330 Millionen Euro Umsatz betreibt unter anderem die Regionallinien Metronom (Foto) und Ostdeutsche Eisenbahn (ODEG), was ihm einen deutschen Marktanteil von rund vier Prozent bringt.

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Die 2003 in Hamburg gegründete Tochter des damals britischen Transportkonzerns Arriva, die sich 2011 den Namen Netinera gab, ist nach eigenen Angaben nach Deutscher Bahn und Transdev das drittgrößte Eisenbahnunternehmen Deutschlands ¬ mit einem Marktanteil von vier Prozent. Nach dem Verkauf Arrivas an die Deutsche Bahn ging die Deutschland-Tochter 2010 an ein Konsortium der italienischen Staatsbahn Ferrovie dello Stato (51 % der Anteile) und eines französisch-luxemburgischen Infrastrukturfonds. Die 3.800 Mitarbeiter betreiben unter anderem die Regentalbahn, die Berchtesgadener Landbahn und die Vlexx (Foto), die auch nach Frankreich fährt.

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Der französische Bahn-Verfolger Transdev gehört der staatlichen staatlichen Caisse des Dépôts und Veolia. Der Konzern zählt 119.000 Beschäftigte und erwirtschaftete einen Umsatz von acht Milliarden Euro. In Deutschland betreibt die Gesellschaft unter anderem die Bayerische Oberlandbahn (Foto), die Nord-Ostsee-Bahn in Schleswig-Holstein und die Nordwestbahn in Niedersachsen – mit einem deutschen Marktanteil von vier Prozent.

Der Lückenschluss zwischen Thüringen und Bayern gilt vor allem als eine technische Leistung. Mit Investitionen von 3,8 Milliarden Euro wurden zwischen Erfurt und Ebensfeld 22 Tunnel mit einer Gesamtlänge von 41 Kilometern und 29 Talbrücken gebaut. Die Trasse durch den Thüringer Wald führt bis in eine Höhe von 603 Metern.

  • dpa
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