Deutsche Bahn kriegt Probleme
Mitarbeiter von HHLA und Hochbahn wehren sich gegen Verkauf

Die Betriebsräte des Hamburger Hafenbetreibers HHLA und der Hamburger Hochbahn sperren sich gegen einen möglichen Verkauf der Unternehmen an die Deutsche Bahn. Sie befinden sich in guter Gesellschaft.

HB HAMBURG. Beide Unternehmen müssten im Mehrheitsbesitz der Stadt Hamburg bleiben, forderten die Arbeitnehmervertreter beider Unternehmen am Mittwoch in der Hansestadt und kündigten Proteste der Mitarbeiter an. „Wir sind nicht gegen Beteiligungspartner, wohl aber gegen einen Mehrheitsgesellschafter“, betonte der HHLA-Betriebsratsvorsitzende Fred Timm.

Ein Verkauf werde einen „Rationalisierungsschub“ auslösen, der mindestens 300 der insgesamt 3 300 Beschäftigten bei der HHLA den Arbeitsplatz kosten werde. Zudem sei in der Betriebsvereinbarung eine Mehrheitsbeteiligung Dritter ausgeschlossen, betonte Timm.

Ob ein Verkauf tatsächlich zu Stande kommt, ist derzeit noch unklar. Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust hatte gefordert, die Bahn müsse im Gegenzug weite Teile ihrer Berliner Zentrale nach Hamburg verlegen. Beust hatte Mitte Dezember erklärt, er müsse bis Mitte Februar wissen, ob die Bedingungen der Bahn für die Stadt akzeptabel seien. Anschließend werde es darum gehen, die Bundesregierung vom Umzug der Bahn-Zentrale zu überzeugen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sträubt sich bis dato.

Auch der Betriebsratsvorsitzende der Hochbahn, Hans-Jürgen Wendland, sprach sich gegen eine Mehrheitsbeteiligung der Bahn aus. Ein Verkauf bringe der Stadt kurzfristig Geld, langfristig aber nur Nachteile, betonte er. Die Hamburger Hochbahn beschäftigt gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften bundesweit über 8 000 Mitarbeiter.

Der Verdi-Landesvorsitzende Wolfgang Rose kritisierte ebenfalls den geplanten Verkauf der städtischen Unternehmen. Ein Einstieg der Bahn biete der HHLA keine Vorteile, denn sie würde danach nur noch auf den Bereich Container reduziert, die Bahn sei insbesondere am Logistikbereich und den Immobilien interessiert. Die Hochbahn werde von der Bahn lediglich dazu gebraucht, ihr bundesweites Regionalnetz auszubauen, und sie werde dann auch „klare Renditevorgaben“ machen.

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