Deutsche Bahn
Kupferpreis hält Diebe fern

Es ist nicht alles Gold, was glänzt: Kupfer hat es Metalldieben besonders angetan. Für die Bahn sind die Kriminellen im Tagesgeschäft ein massives Problem. Allerdings sorgen fallende Kupferpreise für eine Atempause.
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Berlin, DüsseldorfDie Hemmschwelle ist niedrig, der Ertrag hoch: Metalldiebe greifen im gesamten Bundesgebiet regelmäßig an Baustellen und Bahnanlagen aus. Die Folgen sind mitunter dramatisch, reichen von Verspätungen bis zur Gefahr für Leib und Leben. So wurde beispielsweise 2010 bekannt, dass beim Ausbau der Kölner U-Bahn nicht einmal ein Fünftel der vorgesehen Stahlteile verbaut wurde. Der Rest? Bei steigenden Rohstoffpreisen gewinnbringend an Metallhändler verkauft.

Auch die Deutsche Bahn leidet darunter: Erst im September wurden aus einem verschlossenen Lager im hessischen Gießen mehrere Rollen Kupferdraht und Werkzeug entwendet. Der Sachschaden betrug zwar nur 20.000 Euro. Doch die Schäden summieren sich. Und ärgern auch die Fahrgäste.

61.400 Verspätungsminuten gab es zwischen Januar und Juni dieses Jahres wegen Metalldiebstählen. Dies erklärten der Konzern und die Bundespolizei am Montag in einer Presseerklärung. Aber: Der weltweite Preisverfall bei Rohstoffen raubt Kupferdieben offensichtlich die kriminelle Energie. Im ersten Halbjahr 2013 stahlen sie im Vergleich zum Vorjahr nur noch halb so viel Buntmetall, wie die Bundespolizei mitteilte.

„Das Thema ist abhängig vom Preis, den man damit erzielen kann“, sagte Peter-Michael Kessow, Vize-Präsident der Bundespolizei-Direktion Berlin. Die Deutsche Bahn, einer der Hauptleidtragenden des Kupferklaus, beobachtet entsprechend eine ähnliche Entwicklung: So habe es bundesweit 43 Prozent weniger Fälle als im ersten Halbjahr 2012 gegeben. Und auch die Verspätungsminuten, die wegen fehlender Signalkabel und stillgelegter Stellwerke anfallen, sind effektiv gesunken – im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 80 Stunden.

Zwar werden andere Metalle wie Aluminium ebenfalls gestohlen. Kabel oder Rohre aus Kupfer sind jedoch seit langem am Begehrtesten: Der Kupferpreis hatte Anfang 2011 mit über 10.000 Dollar je Tonne einen Rekordpreis erreicht. Entsprechend alarmierten auch die Kupferdiebstähle in Deutschland und in anderen europäischen Staaten die Behörden. 2012 gingen Preis und Diebstähle bereits leicht zurück. In diesem Jahr kostete Kupfer lange wieder unter 7000 Dollar.

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