Deutsche Bahn
Logistik-Vorstand räumt nach Korruptionsaffäre seinen Posten

Die Deutsche Bahn trennt sich nach einer Korruptionsaffäre von ihrem Logistik-Vorstand Thomas Lieb. Der Chef der Bahn-Tochter Schenker soll seinen Posten mit sofortiger Wirkung niederlegen.
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BerlinDie Deutsche Bahn trennt sich nach einer Korruptionsaffäre von ihrem Logistik-Vorstand Thomas Lieb. Der Chef der Bahn-Tochter Schenker werde seinen Posten mit sofortiger Wirkung niederlegen, teilte der Staatskonzern am Donnerstag in Berlin mit. Die Trennung sei einvernehmlich, hieß es.

Sie kommt allerdings nicht überraschend, da gegen Lieb und neun weitere Manager seit längerem interne Ermittlungen des Unternehmens als auch Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Köln laufen. Es geht dabei um angebliche Schmiergeldzahlungen zur Beschleunigung der Frachtabfertigung im Hafen von St. Petersburg, von denen Lieb gewusst haben könnte. Eine Bahn-Sprecherin wollte sich dazu nicht äußern.

In Konzernkreisen hieß es jedoch auch, es gebe Unzufriedenheit mit den Geschäftsergebnissen der Sparte Logistics, in der das weltweite Geschäft mit Luft- und Seefracht sowie der Landtransport per Lkw gebündelt ist. Die Renditen des Geschäftsfeldes liegen seit längerem unter dem der Konkurrenz. Im vergangenen Jahr wurde das Umsatzziel zudem Konzernunterlagen zufolge mit rund 15 Milliarden Euro um fast eine Milliarde Euro verfehlt. Der Betriebsgewinn fiel ebenfalls scwächer aus als vorgesehen, konnte aber gegenüber Vorjahr mit 330 Millionen Euro etwa stabil gehalten werden.

Lieb, seit 2008 Schenker-Chef, waren vor der Affäre Ambitionen auf den Vorstandsposten für das gesamte Gütergeschäft der Bahn, also einschließlich des Schienengüterverkehrs, nachgesagt worden. Der Vertrag von Karl-Friedrich Rausch läuft in diesem Jahr aus. Da interne Lösungen bislang nicht gefunden werden konnten, hat der Konzern nach Angaben von Managern mittlerweile einen Headhunter für die Suche nach externen Kandidaten eingeschaltet.

Die Bahn-Tochter Schenker Logistics ist für fast 40 Prozent des Umsatzes des Staatskonzerns verantwortlich und mit 2000 Standorten in über 140 Ländern vertreten. Sie beschäftigt fast 70.000 Mitarbeiter.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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