Deutsche Bahn
Personalchef Weber könnte vorzeitig gehen

Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber hat laut einem Agenturbericht seinen Rückzug angekündigt. Das könnte seine Position in den laufenden Tarifverhandlungen mit den Gewerkschaften GDL und EVG schwächen.
  • 0

BerlinBahn-Personalvorstand Ulrich Weber hat nach Angaben aus Unternehmens- und Aufsichtsratskreisen seinen Rückzug angekündigt. Weber wolle noch die seit Monaten laufenden Tarifverhandlungen mit den Gewerkschaften abschließen, um dann aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig zu gehen, sagten Unternehmensvertreter und Aufsichtsräte der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Bei der Bahn seien bereits Namen von Nachfolge-Kandidaten genannt worden.

Webers Pressesprecherin erklärte hingegen: „Solche durchsichtigen Personal-Spekulationen möchte ich nicht weiter kommentieren. Fakt ist: Der Vertrag von Ulrich Weber läuft bis 2017, und Herr Weber pflegt seine Verträge zu erfüllen.“

Da es in den laufenden Tarifverhandlungen mit der Lokführergewerkschaft GDL und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG bislang keinen Durchbruch gibt, könnte seine Position in den Gesprächen durch einen angekündigten vorzeitigen Abgang geschwächt werden. Andererseits sagten auch Unternehmens- und Regierungsvertreter, dass der 65-jährige wohl noch in diesem Jahr gehen werde. Er habe dies schon nach der letzten Tarifrunde ins Auge gefasst, sei aber zum Weitermachen überredet worden, sagten mehrere mit der Personalie Vertraute übereinstimmend.

Klar sei, dass möglichst eine Frau den Posten übernehmen solle, hieß es. Der Staatskonzern will den Anteil weiblicher Führungskräfte deutlich erhöhen. Eigentlich sollte bereits in diesem Jahr jede fünfte Führungskraft weiblich sein. Dieses Ziel musste Bahnchef Rüdiger Grube aber kürzlich auf 2020 verschieben.

Als Kandidatin gilt nun zum einen Lufthansa -Personalchefin Bettina Volkens. Sie war schon mehrere Jahre bei der Deutschen Bahn und dort unter anderem Personalchefin des Regionalverkehrs. 2012 wechselte sie zur Lufthansa. Eine Sprecherin des Luftfahrtkonzerns wollte dazu keine Stellungnahme abgeben. Im Gespräch ist demnach zudem mit Martina Niemann eine weitere Ex-Bahnerin, die dort im Personalressort gearbeitet hatte. Auch sie wechselte 2012 in die Flugbranche und ist jetzt Personalchefin bei Air Berlin. Ein Sprecher der Fluggesellschaft dementierte jedoch Wechselabsichten zur Bahn.

Als Ziel gilt im Staatskonzern aber auch möglichst interne Kandidaten zu befördern: So wird Sigrid Heudorf genannt, Leiterin Sozialpolitik und Beschäftigungsbedingungen, im Konzern.

Weber selbst war 2009 vom Evonik-Konzern, einem Nachfolger der Ruhrkohle AG, zur Bahn gekommen. Auch dort war er Arbeitsdirektor.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Deutsche Bahn: Personalchef Weber könnte vorzeitig gehen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%