Deutsche Bahn: Surfen zweiter Klasse

Deutsche Bahn
Surfen zweiter Klasse

Die Deutsche Bahn baut ihr WLAN-Netz in den ICE-Zügen weiter aus. Es soll im kommenden Jahr auf 85 Prozent der Strecken verfügbar sein. Auch in der zweiten Klasse gibt es dann WLAN – allerdings mit Einschränkungen.
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BerlinDie Deutsche Bahn setzt bei Fahrten im ICE dem kostenlosen Internetzugang in der zweiten Klasse Grenzen. Den Reisenden steht ab Jahreswechsel ein Datenvolumen von 200 Megabyte pro Tag und Endgerät zur Verfügung, wie die Deutsche Bahn am Dienstag mitteilte. Danach werde die Übertragungsgeschwindigkeit gedrosselt. In der ersten Klasse kann das WLAN demnach vorerst weiter unbegrenzt genutzt werden.

WLAN sei für viele Kunden „eine absolute Selbstverständlichkeit im Lebensalltag“, sagte Fernverkehrschefin Birgit Bohle. Für die Deutsche Bahn sei es eine „ganz besondere Herausforderung“, auch bei Geschwindigkeiten von 300 Stundenkilometern und mit 700 Reisenden an Bord eine kostenlose Internetverbindung zur Verfügung stellen zu können.

Die Deutsche Bahn rüstet derzeit ihre ICE-Flotte mit einem verbesserten WLAN-System aus. Die neue Technik bündelt die Signale der drei Mobilfunkanbieter – Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica – und sorgt dadurch für eine bessere Versorgung mit Internet im Zug. Die zur Verfügung stehende Bandbreite soll das System dann möglichst gleichmäßig unter den Fahrgästen verteilen.

Auch in der zweiten Klasse könnten die Fahrgäste dann „einfach und kostenlos“ im Internet surfen, betonte Bohle. Mit dem zur Verfügung stehenden Datenvolumen könnten sie kommunizieren, E-Mails schreiben und auch Dateien herunterladen. In der ersten Klasse werde die Internetverbindung per WLAN durch die neue Technik „deutlich schneller und zuverlässiger“.

Für 80 Prozent der Kunden sei das Datenvolumen ausreichend, betonte Bahn-Marketingvorstand Michael Peterson. Das Unternehmen werde aber im nächsten Jahr prüfen, inwieweit sich Fahrgäste höhere Bandbreiten oder größere Datenvolumen dazukaufen können.

Die neue WLAN-Technik ist Teil des Programms „Zukunft Bahn“, mit dem die Deutsche Bahn ihr Angebot verbessern möchte. Neben dem Internetzugang verbessert das Unternehmen bis Ende 2018 auch den Mobilfunkempfang in den Fernverkehrszügen. Zudem wird das Bordunterhaltungsprogramm ausgebaut. In die drei Komponenten investiert das Unternehmen innerhalb von drei Jahren 120 Millionen Euro.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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