Deutsche Bahn
Wenn das Handyticket zum Ärgernis wird

Die Deutsche Bahn gibt sich gerne modern, etwa mit dem Handyticket. Dabei kann die elektronische Fahrkarte zu erheblichen Problemen führen. Zum Beispiel zu einer „erkennungsdienstlichen Personaldatenaufnahme“.
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DüsseldorfKennen Sie den Herrn Grube? Das ist der kleine Grauhaarige aus Berlin, der immer sagt, dass bei der Bahn jetzt alles besser wird. Weil er ja der Chef ist. Also: Die Züge sollen künftig eine Heizung haben, im Sommer sollen sogar die Klimaanlagen funktionieren – und die glücklichen Kunden brauchen sich nicht mehr mit Papier herumzuschlagen. Ein grau-schraffiertes Bildchen auf dem iPhone genügt. Handy-Ticket heißt das dann.

Genau so eines hatte ich kürzlich. Nach der Landung in München stieg ich am Airport in eine S-Bahn von Herrn Grube. Als die Kontrolleure kamen, zeigte ich stolz mein Handy. Doch gefühlte 50 Versuche halfen nichts: Das Lesegerät konnte mein „Fahren&Fliegen“-Ticket nicht lesen. Es war peinlich: Erst die Diskussionen, die neugierigen Blicke anderer Fahrgäste und dann die erkennungsdienstliche Personaldatenaufnahme.

Binnen zwei Wochen musste ich jetzt belegen, dass ich tatsächlich ein gültiges Ticket hatte. Das ist schon mal nervig, denn was bitte kann ich dafür, wenn die Bahn-Technik nicht funktioniert?

Als artige Kundin druckte ich dennoch mein Ticket auf Papier und schickte es Herrn Grube, der seine Bahn ja geradewegs auf dem Weg zum Weltmarktführer sieht. Seine Truppe zeigte sich auch höchst generös und erklärte, dass sie meine Beweisführung anerkennt und ich statt 40 Euro Strafe nur sieben Euro Bearbeitungsgebühr zahlen müsse.

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  • Als erfahrener Bahnfaherer kann ich die Ausführungen von Frau Louven absolut nachvollziehen, währen der Kommentar von ulion unqualifiziert ist. Richtig ist allein, dass das Onlineticket der Bahn etwas anderes ist als Handyticket und Fliegen & Fahren, letzeres gilt auch für die DB Beiträge im MVV. Dass die Bahn gelegentlich davon nichts weiß ist auch hinreichend bekannt wie ärgerlich.

  • Das Erstehen eines Online-Tickets - welches auch noch per Lastschriftverfahren abgebucht werden soll - ist gegenüber dem Online-Kauf eines Lufthansa-Tickets eine Doktorarbeit!

  • Das Angebot "Fliegen & Fahren" ist ein Angebot der Verbünde (genauer gesagt/zitiert: "Eine Aktion des VDV in Zusammenarbeit mit den beteiligten Verkehrsverbünden und Verkehrsunternehmen").

    "Fliegen & Fahren" ist demnach nicht mit "Rail & Fly" der Deutschen Bahn zu verwechseln. Ein HandyTicket gibt es im MVV nicht, demzufolge dann auch kein "Fliegen & Fahren" auf dem Handy. Dass die Kontrolleure in der S-Bahn München mit Lesegeräten ausgestattet sind, liegt natürlich daran, dass sie die Online- und HandyTickets der DB kontrollieren können müssen.

    Es handelt sich bei der Reduzierung des erhöhten Beförderungsgeldes von 40 auf 7 Euro damit wohl tatsächlich um einen reinen Kulanzfall und nicht um eine Reaktion auf/Anerkennung eine/r technische Störung auf Seiten des Verkehrsunternehmens.

    Es liegt dann nur noch der Verdacht nahe, dass die im Handelsblatt-Artikel erwähnte "Fahrpreisnacherhebungsstelle" auch nicht viel kompetenter als die Beschwerdeführerin reagiert hat, sonst wäre der Artikel möglicherweise nicht geschrieben worden. Aber das ist bei den ganzen Unstimmigkeiten im Artikel auch nicht belastbar nachvollziehbar.

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