Deutsche Bekleidungshersteller geben sich zur Fachmesse CPD optimistischer als der Handel
Britische Mode soll deutsches Geschäft in Schwung bringen

Emma Peel soll es richten. Mit der Mode der Britin, die in den 60er-Jahren durch die TV-Sendung „Mit Schirm, Charme und Melone“ berühmt geworden ist, wollen Deutschlands Designer das Modegeschäft im kommenden Winter ankurbeln. Wenn die Düsseldorfer Messe „Collections Premieren Düsseldorf“ (CPD) am kommenden Sonntag für drei Tage ihre Pforten öffnet, werden viele Outfits mit dem klassischen Pepita-Muster, enge Rollkragenpullover oder schwarz-weiß-karierte Miniröcke zu sehen sein. Rund 2 050 Aussteller aus 61 Ländern zeigen dem Handel ihre Herbst- und Winterkollektionen des kommenden Jahres.

HAMBURG. Viele von ihnen mögen hoffen, dass mit der Mode der 60-er Jahre auch die Aufbruchstimmung nach Deutschland zurückkehrt. Die Hersteller haben ein durchwachsenes Jahr hinter sich. Der Umsatz mit der Damenmode ging um knapp 1 % zurück, bei der Herrenmode stiegen die Verkäufe 2003 um 0,5 %. Weil das vorangegangene Jahr viel schlechter ausgefallen war, sehen die Hersteller sich bereits wieder im Aufwärtstrend. „Wir haben die Talsohle durchschritten“, heißt es beim German Fashion Modeverband, der die Hersteller repräsentiert. 2004 wollen die Damenmodehersteller ihren Umsatz um gut 4 % steigern, die Herrenschneider rechnen mit einem Plus von 2 %.

Es sind allerdings die Anbieter junger, preiswerter Mode, die das Branchenbild prägen. Besonders die vertikal strukturierten Firmen wie H&M, S.Oliver oder Zara machen das Geschäft, da sie sämtliche Stufen der Wertschöpfung unter Kontrolle behalten. Ihnen bleibt die Produktions- wie die Handelsmargen – und damit genug Spielraum für niedrige Preise. Auf kurzfristige Trends können sie zudem schneller reagieren, sagt Frank Pietersen, Handelsexperte beim Beratungsunternehmen KPMG.

In seiner Studie „Trends im Handel 2005" hat Pietersen ein Horror-Szenario für die Bekleidungsbranche ausgemalt. Für die Zeit von 2000 bis 2005 prophezeit er dem Textileinzelhandel ein Umsatzminus von 22 % auf 19,5 Mrd. Euro, die Zahl der Händler soll um denselben Prozentsatz auf knapp 24 000 zurückgehen. Von diesem Rückgang unmittelbar betroffen wären die Hersteller: Ohne geregelte Absatzkanäle gelangt die aktuellste Mode nicht zum Kunden. Schuld an der Misere sind die Bekleidungsproduzenten zum Teil selbst, glaubt Pietersen: „In Boomzeiten haben sie ihre Markenportfolios gespreizt. Vielfach blieb hierbei die eigentliche Markenaussage, die Qualität und die Abgrenzbarkeit auf der Strecke.“

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