Deutsche Börse: Börsenbetreiber profitiert von Marktturbulenzen

Deutsche Börse
Börsenbetreiber profitiert von Marktturbulenzen

Griechenland, China, der VW-Skandal – an den Aktienmärkten gab es 2015 viele Ausschläge. Das verleiht der Deutschen Börse Rückenwind. Unter dem Strich ging der Gewinn aber trotzdem zurück.

FrankfurtDie hohen Ausschläge an den Aktienmärkten und Zukäufe verleihen der Deutschen Börse Rückenwind. Das Unternehmen baute Erlöse und bereinigten Gewinn im vergangenen Jahr deutlich aus und stellt seinen Aktionären deshalb eine höhere Ausschüttung in Aussicht. Sie sollen eine Dividende von 2,25 Euro je Aktie erhalten nach 2,10 Euro vor Jahresfrist. Damit übertrafen die Hessen die Erwartungen der Analysten. Das im Sommer 2015 verabschiedete Umbauprogramm habe „zu schönen Anfangserfolgen geführt“, sagte der neue Vorstandschef Carsten Kengeter am Mittwochabend. „Wir beschleunigen das Wachstum der Gruppe durch eine Vielzahl von neuen Initiativen.“

Kengeter hat Deutschlands größten Börsenbetreiber seit seinem Amtsantritt im Juni 2015 kräftig umgekrempelt. Für insgesamt 1,3 Milliarden Euro kaufte der langjährige Investmentbanker die Devisenhandelsplattform 360T und zwei Index-Anbieter. Zudem baute er die Vorstandsressorts grundlegend um, verpflichtete Experten von außen und gab im Rahmen eines „Beschleunigungsprogramms“ neue Ziele für 2018 aus. Bis dahin sollen die Nettoerlöse pro Jahr um fünf bis zehn Prozent klettern, der bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) um zehn bis 15 Prozent. Diese Wachstumsziele bekräftigte Finanzchef Gregor Pottmeyer auch für das laufende Jahr. „Bislang verläuft der Jahresauftakt vielversprechend.“

Im vergangenen Jahr kletterten die Nettoerlöse um 16 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro – das ist der höchste Wert sei 2008. Der um Sondereffekte bereinigte Betriebsgewinn stieg um 14 Prozent auf 1,12 Milliarden Euro. Hauptverantwortlich dafür war die Berg- und Talfahrt an den Märkten – ausgelöst unter anderem von der Griechenland-Krise, dem geringeren Wirtschaftswachstums in China und dem VW -Skandal. Wenn die Volatilität hoch ist, wird in der Regel auch mehr gehandelt. Dann sind auch Hochfrequenzhändler aktiver, die bei der Deutschen Börse für 20 bis 25 Prozent der Erlöse verantwortlich sind.

Unter dem Strich ging der Gewinn der Deutschen Börse im vergangenen Jahr dennoch um 13 Prozent auf 666 Millionen Euro zurück. Verantwortlich dafür waren Sondereffekte. Im vergangenen Jahr drückten einmalige Belastungen wegen der Übernahmen und Stellenstreichungen auf das Ergebnis. Zudem profitierte das Unternehmen 2014 von der Fusion der US-Börsen Bats Global Markets und Direct Edge. Der Anteil der Frankfurter an Direct Edge gewann dadurch an Wert und hübschte die Bilanz damals um mehr als 60 Millionen Euro auf.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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