Deutsche Börse schaut nach Indien
Budapester Börse will unabhängig bleiben

Die Budapester Börse will unabhängig bleiben und mit keinem anderen Börsenbetreiber in Osteuropa zusammengehen. Damit reagierte der Börsenchef auf einen Zeitungsbericht, wonach die Wiener Börse die Budapester vollständig übernehmen will. Indes scheinen die Indien-Pläne der Deutschen Börse durch den Aufsichtsrat besiegelt worden zu sein.

HB BUDAPEST/FRANKFURT. Die Budapester Börse will unabhängig bleiben. Die Kooperation mit anderen unabhängigen Börsen in der Region und mehr Börsengänge von ungarischen Staatskonzernen sei der Weg, die Eigenständigkeit der Börse zu bewahren, sagte Börsenchef Attila Szalay-Berzeviczy am Montag. „Die Fusion mit einer größeren Börse ist dagegen keine Option.“

Der ungarische Marktbetreiber ist seit 2004 mehrheitlich im Besitz der Wiener Börse und weiteren Investoren. Allerdings drängten die Wiener bislang nicht auf einen Zusammenschluss.

Bewegung gibt es auch bei der Deutschen Börse. Sie will mit einer Beteiligung an der Börse in Bombay in den wachsenden indischen Markt einsteigen. Der Aufsichtsrat habe bei seiner außerordentlichen Sitzung am Montag einer fünfprozentigen Beteiligung an der Bombay Stock Exchange (BSE) zugestimmt, sagten zwei Mitglieder des Kontrollgremiums der Nachrichtenagentur Reuters. Die Deutsche Börse wollte dies nicht kommentieren.

Der Frankfurter Börsenbetreiber sind bereits Jahresanfang in der engeren Auswahl für den geplanten Einstieg von Investoren bei Indiens zweitgrößter Börse. Insgesamt steht ein Viertel der Anteile zu Verkauf. Die indische Notenbank will dabei maximal je fünf Prozemt an verschiedene Einzelinvestoren abgeben. Neben der Deutschen Börse gelten auch die Londoner Börse LSE, die US-Computerbörse Nasdaq, die New York Stock Exchange und die Börse in Singapur als Bieter. Die BSE will nach Abschluss des Verkaufsprozesses im Mai weitere Anteile an die Börse bringen.

Mit einer Beteiligung in Bombay würden die Deutschen auf dem rasant wachsenden indischen Kapitalmarkt Fuß fassen. Indiens Börsen gelten in der Branche neben den Marktbetreibern in China als künftige Perlen Asiens. Zuletzt hatten sich die New York Stock Exchange und drei weitere Investoren bei der größten indischen Börse, der ebenfalls in Bombay beheimateten National Stock Exchange (NSE), für rund 460 Millionen Dollar einen Anteil von 20 Prozent gesichert.

Die Börse Bombay wurde 1875 gegründet und bezeichnet sich selbst als älteste Börse Asiens. Ende November 2006 waren an der BSE die Aktien von knapp 4.800 Unternehmen gelistet. Neben Dividendenpapieren können an der BSE auch festverzinsliche Wertpapiere und Derivate gehandelt werden.

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