Deutsche Börse
TCI will Börse mit Euronext fusionieren

Der Hedgefonds The Childrens Investment Fund (TCI), Aktionär der Deutschen Börse AG, hat für einen Zusammenschluss der Frankfurter Börse mit der Vierländerbörse Euronext NV plädiert.

HB FRANKFURT. "Ich bin wirklich der Ansicht, dass es Sinn machen würde, diese beiden Börsen zu fusionieren", zitiert die Wirtschaftswoche in ihrer neuesten Ausgabe TCI-Partner Patrick Degorce. "Und zwar mehr Sinn, als die Übernahme der London Stock Exchange gemacht hätte. Wir unterstützen alles, was den Wert der Deutschen Börse als Unternehmen verbessert", sagte Degorce. So könne man für die Nutzer die Kosten des Clearing reduzieren. Das wäre gut für die europäischen Finanzmärkte und zudem sinnvoll, weil so ein Primärmarkt in einer einzigen Währung - dem Euro - entstehen würde.

Degorce rechnet sich für seinen Vorstoß gute Chancen aus: Ein solcher Plan könne davon profitieren, dass rund die Hälfte der Aktionäre der Deutschen Börse zugleich Anteilseigner von 50 % an Euronext sind. Allerdings könnte sich der TCI auch eine Kooperation der Deutschen Börse mit US-Börsen vorstellen

Marktbeobachter halten indes eine Fusion von Deutscher Börse und Euronext für die wahrscheinlichste Variante, zumal ein solcher Zusammenschluss in der Vergangenheit bereits diskutiert worden sei. „Das größte Hindernis waren die beiden Persönlichkeiten Werner Seifert und Jean-François Théodore (Chef der Euronext). Das hat sich nun auf Seiten der Deutschen Börse geändert“, sagt ein Kenner der Szene. Ein Euronext-Sprecher wollte das Plädoyer von TCI am Dienstag nicht kommentieren.

Analysten bewerten den Ausstieg Seiferts und die damit wieder mögliche Fusion von Deutscher Börse und Euronext unterschiedlich. Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW) stufte beide Aktien nach Angaben von Händlern von "Hold" auf "Add" hoch. Dagegen stufte die WestLB das Papier der Deutschen Börse von "Neutral" auf "Outperform" herunter. Zur Begründung erklärte die WestLB: "Wir sehen wachsende Unsicherheit für die langfristige Entwicklung des Unternehmens". Außerdem habe sich die Aktie zuletzt gut entwickelt.

Als Nachfolger für den scheidenden Aufsichtsratsvorsitzenden Rolf-E. Breuer brachte TCI erneut den CDU-Politiker Friedrich Merz ins Gespräch: "Er könnte ein guter Vorsitzender sein. Als Vorstand muss man gute Verbindungen nach Brüssel haben. Jemand mit politischer Erfahrung kann da nicht schlecht sein", sagte Degorce dem Handelsblatt.

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