Deutsche-Börse-Tochter: Clearstream verbündet sich mit Branchengrößen

Deutsche-Börse-Tochter
Clearstream verbündet sich mit Branchengrößen

Der Wertpapier-Verwahrer Clearstream hat eine Allianz mit anderen Branchengrößen angekündigt. Die Deutsche-Börse-Tochter will künftig mit ASX, Cetip, Iberclear und Strate kooperieren.
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FrankfurtDie Deutsche Börse bündelt im wachsenden Markt für Sicherheiten-Management ihre Kräfte mit anderen Branchengrößen. Die Tochter Clearstream, die für Banken und andere Investoren Sicherheiten verwaltet, kündigte am Mittwoch eine Allianz mit ASX aus Australien, Cetip aus Brasilien, Iberclear aus Spanien und Strate aus Südafrika an. Die Unternehmen wollen künftig regelmäßig Informationen austauschen, Forschungsprojekte anstoßen und globale Angebote vorantreiben.

Als Wertpapier-Verwahrer hilft Clearstream Banken und anderen Investoren dabei, ihre Sicherheiten bei Handelsgeschäften weltweit optimal einzusetzen. Dies ist seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers 2008 immer wichtiger, da sich Banken untereinander kaum noch unbesichert Geld leihen und die Aufsichtsbehörden größere Sicherheitspuffer verlangen. Die in Luxemburg ansässige Börsen-Tochter Clearstream konkurriert in dem Markt vor allem mit dem Rivalen Euroclear, der von den großen Handelsbanken kontrolliert wird.

„Die Allianz ist ein wichtiger Schritt hin zu einem weltweiten Pool an Liquidität und Sicherheiten“, sagte Clearstream-Chef Stefan Lepp. Es sei wichtig, dass Investoren bei ihren Geschäften auf einen größtmöglichen Sicherheiten-Pool zurückgreifen könnten, ohne Länder-spezifische Anforderungen zu verletzen. Viele Staaten erlauben es Banken nicht, ihre Liquiditätsreserven bei Bedarf ins Ausland abzuziehen, was international tätigen Instituten das Leben schwermacht.

Clearstream hat in den vergangenen Monaten bereits zahlreiche Kooperationen abgeschlossen - unter anderem mit der Regulierungsbehörde im Wachstumsmarkt Hongkong (HKMA). Das Sicherheiten-Management ist einer der Bereiche, in denen die Deutsche Börse in den nächsten Jahren Wachstumschancen sieht.

Börsen-Chef Reto Francioni setzt seit der im Februar geplatzten Fusion mit der New Yorker Nyse notgedrungen wieder auf Wachstum aus eigener Kraft. Neben der Expansion von Clearstream will das Unternehmen das Angebot für derzeit noch unregulierte Märkte ausweiten, das Geschäft mit Marktdaten ausbauen und in Wachstumsmärkten wie Südamerika und Asien expandieren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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