Deutsche Börse und LSE
Börsenbetreiber gehen auf Wettbewerbshüter zu

Ein Verdacht gegen den Deutsche Börse-Chef erschwert deren Zusammenschluss mit der London Stock Exchange. Beide müssen zunächst die EU und die hessische Börsenaufsicht überzeugen. Deshalb machen sie nun einen Vorschlag.
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FrankfurtDie Deutsche Börse und die London Stock Exchange gehen im Ringen um ihre geplante Fusion auf die EU-Wettbewerbshüter zu. Die Börsenbetreiber hätten beschlossen, der EU-Kommission förmlich den Verkauf der LSE-Tochter Clearnet SA als sogenannte Abhilfemaßnahme vorzuschlagen, um grünes Licht für den Zusammenschluss zu bekommen, teilte die Deutsche Börse am frühen Dienstagmorgen mit. Damit sollten wettbewerbsrechtliche Bedenken der Kommission zerstreut werden.

Die Zustimmung der EU und der hessischen Börsenaufsicht sind die größten verbliebenen Hürden für die deutsch-britische Börsenhochzeit. Um die Bedenken der EU-Wettbewerbshüter zu mildern, hatten die Unternehmen der EU bereits vor einiger Zeit den Verkauf von Clearnet angeboten.

Sie soll - im Falle einer Fusion - für 510 Millionen Euro an die in Paris beheimatete Mehrländerbörse Euronext gehen. Die EU hat die Frist, bis zu der sie final über den gut 25 Milliarden Euro schweren Zusammenschluss entscheiden will, zuletzt bis zum 13. März verlängert.

Anschließend müsste noch die hessische Börsenaufsicht grünes Licht geben. Die Behörde sieht es Insidern zufolge aber kritisch, dass die Holdinggesellschaft der Mega-Börse nach derzeitigen Plänen in London angesiedelt werden soll.

Die Finanzaufsicht BaFin und mehrere deutsche Politiker fordern gerade angesichts des Brexit-Votums, dass der Sitz der Mega-Börse in die EU verlegt wird. "Auch die Beteiligten in London müssten aus meiner Sicht erkennen, dass es keine gute Idee wäre, an den Plänen in ihrer ursprünglichen Form festzuhalten", sagte der hessische Finanzminister Thomas Schäfer Ende vergangener Woche im Reuters-Interview.

Mehrere mit der Fusion vertraute Personen beziffern die Chancen, dass der Deal am Ende durchgeht, mittlerweile auf weniger als 50 Prozent. Nach dem bekanntgewordenen Ermittlungsverfahren gegen Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter wegen des Verdachts des Insiderhandels sei ein Scheitern des Deals noch wahrscheinlicher geworden, sagt einer der größten Aktionäre von Deutschlands größtem Börsenbetreiber.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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