Deutsche Brauereien Fernseh-Biere unter Druck

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Craft-Biere machen den Biermarken Konkurrenz
Die Deutschen und das liebe Bier
23. April: Tag des Bieres
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In Deutschland ist Bier so sehr verwurzelt, dass der Gerstensaft es auch in die Redensarten geschafft hat. Der Satz „Da ist Hopfen und Malz verloren“ stammt schon aus dem 16. Jahrhundert. In diesem Zeitraum, nämlich am 23. April 1516, wurde auch das deutsche Reinheitsgebot erstmals festgeschrieben. Seit 1994 zelebrieren die Brauereien den 23. April deshalb als „Tag des deutschen Bieres. In diesem Jahr feiern die Brauer 499 Jahre Reinheitsgebot mit einem Fest in der Bayerischen Landesvertretung in Berlin. Besonders gefeiert wird in Bayern, wo am 23. April 1516 das Reinheitsgebot in Ingolstadt erlassen worden war. Handelsblatt Online hat die wichtigsten und witzigsten Fakten zusammengestellt. Welches das beliebteste Bier bei Singles ist, welche Brauerei die größte ist und wie viel der Staat am Bier verdient – die Fakten zum Durchklicken.

Quelle: Statista

Die beliebtesten Biermarken in Deutschland
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Bier ist in Deutschland beliebt, so viel ist klar. Doch welche Marke trinken die Deutschen am Liebsten? Die Zahlen von Statista geben eine klare Antwort: Beck’s. Die Brauerei – inzwischen Teil des Brauereikonzerns AB Inbev – konnte ihren Anteil von 2012 auf 2013 sogar noch leicht ausbauen. Demnach greifen rund elf Prozent am liebsten zu der grünen Flasche aus Bremen. Auf Platz zwei landet Krombacher mit 9,5 Prozent, auf Platz drei Warsteiner mit neun Prozent. Gemessen wird die Beliebtheit am Konsum in den vergangenen vier Wochen.

Die beliebtesten Biermarken in Deutschland unter Singles
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Kurios: Auch die beliebtesten Biere der deutschen Singles werden erhoben. Die Zahlen weichen aber nur geringfügig von den Gesamtwerten ab. Auch bei den Alleinstehenden bleiben Beck’s, Warsteiner und Krombacher auf den vorderen Plätzen. Abseits des Treppchens gibt es aber Unterschiede: Statt Veltins ist die vierte Wahl unter Singles König Pilsener.

Pro-Kopf-Konsum in Deutschland
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2014 haben die Verbraucher in Deutschland erstmals seit acht Jahren wieder mehr Bier getrunken. Pro Kopf waren es demnach durchschnittlich 106,9 Liter. Das war ungefähr ein Glas mehr als 2013. Damals waren es 106,6 Liter pro Jahr. Die Branche führt die Steigerung auf die milden Temperaturen im ersten Halbjahr, die Fußball-Weltmeisterschaft und ein stabiles Konsumklima zurück. Insgesamt hat der Pro-Kopf-Konsum seit der Jahrtausendwende deutlich abgenommen. Im Jahr 2000 trank ein Deutscher noch 125,6 Liter Bier im Jahr.

Die Bundesländer mit dem höchsten Bierabsatz
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Am meisten Bier wird in Nordrhein-Westfalen getrunken. Ganze 23,9 Millionen Hektoliter Bier wurden dort 2013 konsumiert. Dicht gefolgt vom Bundesland des Bieres – Bayern. Dort waren es rund 22,1 Millionen Hektoliter des Gerstensaftes. Auf dem dritten Platz landeten Niedersachsen und Bremen mit einem deutlich geringerem Konsum. Hier waren es nur 9,3 Millionen Hektoliter.

Konsumausgaben für Bier in Deutschland
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Durch den sinkenden Konsum haben sich auch die Ausgaben verringert. Allein von 2008 bis 2012 haben die Deutschen fast sechs Milliarden Euro weniger in Bier investiert. Das dürfte den Brauereien nicht sonderlich schmecken.

Steuereinnahmen durch die Biersteuer
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Auch der Staat zapft sich etwas vom Bierkonsum der Deutschen ab – und „leidet“ dementsprechend unter dem sinkenden Interesse am Gerstensaft. Seit 1999 haben sich die Einnahmen des Bundes durch die Biersteuer deutlich reduziert. Damals spülte das Bier rund 846 Millionen Euro in die Kassen des Finanzministeriums. 2013 waren es lediglich 697 Millionen Euro.

Die deutschen Mittelständler sind stark auf diesen schrumpfenden Heimatmarkt fixiert. Allein die süddeutschen Weißbier-Brauer konnten ihren Export deutlich steigern. Doch auf dem deutschen Markt wird es auch für sie schwieriger. Denn nicht nur die internationalen Marken kratzen am Image der deutschen „Fernseh-Biere“, in der Branche so genannt wegen ihrer zahlreichen TV-Spots.

Während der durchschnittliche Bierkonsum pro Kopf sinkt, also das tägliche Feierabendbier oft ausfällt, wird Bier vom Lebens- zum Genussmittel. Davon profitieren die Bierspezialitäten, Craft-Biere, die längst die Provinz erreicht haben. Überall sind kleine Brauereien entstanden: In Dortmund macht „Bergmann-Bier“ den alteingessenen Brauereien Konkurrenz, in Hamburg versuchen sich die jüngsten Sprösse einer Bierverleger-Dynastie erfolgreich an der Wiederbelebung der Marke Ratsherrn – mit einer Palette von Edel-Pils über Pale-Ale bis zum fast vergessenen Rotbier.

Solche teuren Spezialitäten kratzen am Markt der Premium-Biere. Daher springen die großen Brauer – mehr oder weniger erfolgreich – auf den Trend auf: Von Beck’s gibt es inzwischen ebenfalls Spezialitäten. Näher am Ursprung sind die Brauer bei Maisel’s, die neben dem traditionellen Weißbier neue Rezepturen in handwerklicher Brauweise ausprobieren.

Entsprechend sind die Marken in Bewegung. Im ersten Halbjahr 2015 kam es dabei vor allem darauf an, wer am wenigsten verliert. Krombacher, seit Jahren aufstrebend, konnte sich dank geringer Verluste von 0,3 Prozent in der Hitliste des Magazins „Getränke Inside“ von den beiden großen Konkurrenten Bitburger und Veltins absetzen und sogar die günstige Marke Oettinger überrunden.

Bier-Nation Deutschland hinkt hinterher

Bier-Nation Deutschland hinkt hinterher

Und auch auf der anderen Seite des Marktes tut sich etwas – und zwar nicht in die von den mittelständischen Brauereien gewünschte Richtung: Aldi senkte den Preis für die Halbliter-Dose seiner Eigenmarken „Karlskrone“ und „Schulten“ von 35 auf 29 Cent.

Lidl zog mit seiner Marke „Perlenbacher“ nach. Die Experten von „Getränke Inside“ werten den Kampfpreis als „nicht seriös kalkulierbar“. Solch eine Preisschlacht schlägt direkt auf die Marken durch: Auch die Preise für Bitburger und Warsteiner in Dosen fielen bei den Discountern.

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1 Kommentar zu "Deutsche Brauereien: Fernseh-Biere unter Druck"

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  • In dem Bericht sind diverse Fehler zu berichtigen:

    Das "Bayrische Reinheitsgebot" ist keineswegs das älteste Lebensmittelgesetz in Deutschland. Wir Franken waren schon eine Generation früher dran: http://www.franken-bierland.de/news/525jahre-bamberger-reinheitsgebot/

    Der Hype mit den "Craft-Bieren" ist ein uralter Hut, der keineswegs jetzt die Provinz erreicht: Wenigstens in der oberfränkischen Provinz gibt es eine uralte Tradition der handwerklichen Brauereien. Viele Familienbetriebe wissen noch, wie man auch ohne moderne Technik Bier brauen kann. Beispielsweise gibt es da "ungespundetes" Bier, das ganz wenig Kohlensäure enthält. Schmeckt lecker!

    Nicht nur ich zahle gerne 15 EUR und mehr für einen Kasten individuelles, handwerklich hergestelltes Bier. Davon trinke ich selten mehr als zwei Flaschen am Tag - also warum sollte ich an solchen Centbeträgen sparen? Der Bayern-Fan, der jedes Tor seiner Mannschaft mit einer neuen Flasche Bier runterspülen muss, sieht das natürlich anders. Bei der üblichen Münchner Fabrikplempe auch kein Wunder...

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