Deutsche Destillen
Die Suche nach dem Gin des Lebens

Die Deutschen trinken wieder Gin. Fast wöchentlich bringen kleine Destillen neue Sorten auf den Markt – und auch im Ausland wächst die Nachfrage nach deutschem Gin. Doch nicht alle freuen sich über den Boom.
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DüsseldorfEin Blick auf die Barregale im „Pepe“ verunsichert. „Am liebsten hätte ich ja einen Doppel-Wacho“, scherzt ein Gast. Doch tatsächlich ist niemand hier, um einen Doppel-Wacholderschnaps zu trinken, wie er noch in den Dorfkneipen der Republik ausgeschenkt wird. Im „Pepe“, einer Bar im Belgischen Viertel von Köln, haben die Gäste die Wahl zwischen 496 verschiedenen Gins – von klassischem London Dry Gin über würzigen Safran-Gin aus Frankreich bis zum hochprozentigen US-Gin. „Die größte Gin-Auswahl der Welt“, wirbt Inhaber Tarkan Basken.

Seit zehn Jahren hat er sich auf den Wacholderschnaps spezialisiert. Wer den klassischen Mix aus Gin und Tonic Water trinkt, kann aus 36 verschiedenen Tonic-Sorten wählen. Um alle möglichen 17.856 Kombinationen zu probieren, bräuchte man theoretisch 50 Jahre – wenn man jeden Tag einen neuen Gin Tonic testen würde.

An einigen Wochenenden ist es schwer, im Pepe noch einen Platz zu ergattern. Gin, die einstige Liebling-Spirituose von Queen Mom, hatte jahrzehntelang mit ihrem angestaubten Image zu kämpfen, doch erlebt derzeit einen Boom. Die Nachfrage nach ausgefallenen Sorten steigt.

„Wir haben es seit zwei Jahren nicht mehr erlebt, dass jemand sagt: Ich will einen Gin Tonic, mach mir irgendeinen“, sagt „Pepe“-Inhaber Basken. An einem gewöhnlichen Samstagabend gehen in seiner Bar zwischen 80 und 150 Gin Tonic über die Theke. Die Kunden würden gezielt ihren Favoriten bestellen oder sich bei den Geschmacksrichtungen beraten lassen „Deutsche sind sehr experimentierfreudig“, sagt Basken.

Und was besonders bemerkenswert ist: Gin aus Deutschland ist wieder gefragt. Die Branche wächst seit etwa vier Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten. Die Produktion von Gin und Genever in den 18.729 Destillen des Landes hat allein im Jahr 2012/2013 nach Informationen des Bundesverbandes der Deutschen Spirituosen-Industrie um 12,5 Prozent auf 6,3 Millionen Liter zugelegt. Damit liegt der Gin noch weit hinter dem Wodka, der mit 63,7 Millionen Litern immer noch der beliebteste Schnaps der Deutschen ist.

In der jüngsten Exportstatistik des Statistischen Bundesamtes steht ein Plus von 8,2 Prozent - in Ländern wie Tschechien, Polen und Belgien wächst die Nachfrage zweistellig. Im ersten Quartal des neuen Jahres setzt sich der Trend fort. Auch wenn England als Mutterland des Gins immer noch den Ton angibt - international können einige Gin aus Deutschland wieder mithalten.

Alexander Stein ist ein wenig Mitschuld an diesem Hype. Im beschaulichen Städtchen  Loßburg-Betzweiler im Schwarzwald – einem Ort mit gerade einmal 8300 Einwohnern – hat er eine der besten deutschen Gin-Destillen gegründet. 2008 verließ er seinen damaligen Arbeitgeber Nokia, um den ersten Gin aus dem Schwarzwald zu entwickeln. Zwei Jahre feilten er und der erfahrene Destillateur Christoph Keller am Rezept für den „Monkey 47“. Ein Gin, der nach der hauseigenen Unternehmenslegende auf die Rezeptur eines britischen Soldaten zurückgeht, der im Schwarzwald eigenen Gin aus regionalen Zutaten destillierte.

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  • Zu Ihrer Schlagzeile fällt mir ein Gespräch mit meiner Schwester wieder ein (gefühlte 30 Jahre her):

    Ich: "Was ist eigentlich der Sinn des Lebens?"
    Sie (diese kauend):
    "Schokolade essen."

    Nun ja. Jeder wie er will und kann.

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