Deutsche Euroshop

Einkaufszentren-Investor macht Abstriche an Prognosen

Im letzten Jahr meldete Euroshop einen Rekordgewinn, in diesem Jahr tritt der Handelsimmobilien-Investor auf der Stelle: Statt erneuten Wachstumszahlen präsentiert der Konzern stagnierende Gewinne. Die Aktie brach ein.
Mit Einkaufszentren wie diesem erzielte Euroshop zuletzt Rekordgewinne. Doch die maue Inflation setzt dem Konzern zu. Quelle: PR
Shopping-Center in Wetzlar

Mit Einkaufszentren wie diesem erzielte Euroshop zuletzt Rekordgewinne. Doch die maue Inflation setzt dem Konzern zu.

(Foto: PR)

FrankfurtDer Handelsimmobilien-Investor Deutsche Euroshop tritt beim Geschäft in diesem Jahr voraussichtlich auf der Stelle. Das Hamburger Unternehmen machte am Donnerstag Abstriche an seinen Prognosen für Umsatz und operativen Gewinn: Der Umsatz werde mit 201 Millionen Euro am unteren Rand der bisherigen Erwartungen liegen – und damit nur auf dem Rekordniveau des Vorjahres. Das ursprünglich bei bis zu 180 Millionen Euro erwartete Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) werde nur bei 175 bis 178 (2014: 177,5) Millionen Euro liegen. Das erwischte Analysten auf dem falschen Fuß, die mit Zahlen oberhalb der Prognosen gerechnet hatten. In den ersten neun Monaten stieg der Umsatz leicht auf 151 (150) Millionen Euro das Ebit fiel um ein Prozent auf 131 Millionen Euro.

Grund für die gedämpften Erwartungen sei die niedriger als gedacht ausgefallene Inflation in Deutschland, erklärte das Unternehmen. Die Dividende für das laufende Jahr soll aber wie geplant um fünf Cent auf 1,35 Euro je Aktie steigen. Die Aktie brach im Späthandel dennoch um 5,5 Prozent ein.

Lidl und Aldi statt Bioladen
Einkaufslisten im Trend
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Das Berliner Institut für Innovationsforschung (Bifi) hat im Auftrag der App Wunderkauf 891 Deutsche repräsentativ zu ihrem Einkaufsverhalten befragt. Eine erste Erkenntnis dabei: 91 Prozent der Befragten geben an, Einkaufslisten zu schreiben – allerdings unterschiedlich häufig. Der Großteil, 37 Prozent, nutzt „meistens“ eine Liste, 19 Prozent immer. 23 Prozent der Befragten geben an, „manchmal“ eine Liste zu schreiben, immerhin 12 Prozent tun dies noch „selten“.

Quelle: App Wunderkauf/Berliner Institut für Innovationsforschung

Geschmähte Smartphone-App
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Von den Listenschreibern mögen es 83 Prozent ganz traditionell: Sie greifen für den Einkaufszettel zu Stift und Papier. Lediglich im Kopf haben 16 Prozent, was sie einkaufen wollen. Von den Auftraggebern der Studie verständlicherweise besonders beachtet: die App zum Einkaufen auf dem Smartphone. Sie ist Schlusslicht der Methoden zur Einkaufsplanung, gerade einmal 12 Prozent greifen zum Handy. Auffällig sind dabei die Generationsunterschiede: Bei den unter 50-Jährigen steigt die Zahl der App-Nutzer auf 23 Prozent. Notiert werden auf dem Zettel vor allem Produktsorten, Produkte und Stückzahlen.

Land der Impulsiveinkäufer
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Von den Befragten gehen 98 Prozent mindestens einmal pro Woche einkaufen – der Großteil dieser Gruppe aber noch häufiger: 67 Prozent durchstöbern zwei- bis viermal in der Woche die Regale. Kein Wunder: Geben doch knapp zwei Drittel (72 Prozent) der Studienteilnehmer an, mindestens einmal pro Woche einen Spontaneinkauf zu unternehmen. Acht Prozent der Befragten gehen so letztendlich sogar fünf bis siebenmal pro Woche einkaufen.

Rabatte locken zum Spontankauf
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Als Grund Nummer eins für Impulsivkäufe sind sich knapp zwei Drittel der Befragten einig: Der Preis macht's. 74 Prozent geben an, bei Schnäppchen-Angeboten spontan zuzugreifen. Als zweiten Grund nennt mit 57 Prozent immer noch deutlich über die Hälfte der Befragten „die Lust, ein neues Produkt auszuprobieren“. 45 Prozent möchten sich beim Impulsivkauf einfach mal „etwas gönnen“. Und 10 Prozent geben zu, keine Lust zu haben, ihren Einkauf zu planen.

Der unbeliebte Mittwoch
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Einen speziellen Einkaufstag haben die Deutschen nicht, 61 Prozent der Befragten wollen sich überhaupt nicht auf einen Favoriten festlegen. Letztendlich dominieren bei der Beliebtheit Freitag (16 Prozent) und Samstag (17 Prozent). Mit lediglich 5 Prozent der Stimmen ist der unbeliebteste Tag zum Einkaufen der Mittwoch – jedenfalls, wenn man das eigentliche Schlusslicht Sonntag beiseite lässt. An diesem geht, wenig überraschend, niemand einkaufen.

Preisbewusste Einkäufer
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In Deutschland wird - wen wundert's - preisbewusst eingekauft. Nicht nur, wenn es darum geht, spontan zuzuschlagen. Insgesamt gaben fast zwei Drittel (71 Prozent) an, bei ihren Einkäufen weniger als 50 Euro auszugeben – 19 Prozent der Befragten kostet der Einkauf im Schnitt sogar nur bis zu 19 Euro. Nur 30 Prozent geben dagegen regelmäßig über 50 Euro aus.

Bitte mit Tempo
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Preise sind bei der Wahl des Ladens jedoch nur das zweitwichtigste Kriterium für die Befragten. Auf Platz eins liegt ganz klar: Es muss schnell gehen. 54 Prozent der Befragten sehen die Möglichkeit, den Pflichtbesuch schnell hinter sich zu bringen, als wichtigstes Kriterium bei der Ladenwahl. Keiner bewertet das Tempo als unwichtigsten Punkt – der Preis ist immerhin 6 Prozent egal. Preisgünstige Produkte folgen dann als Auswahlkriterium auf Platz zwei, den drittgrößten Einfluss auf das Ziel des Einkaufs hat, ob der Laden „auf dem Weg liegt“. Eine große Produktauswahl schafft es als Kriterium nur auf Platz vier, allerdings immer noch deutlich vor dem klaren Schlusslicht „Laden führt spezielle Produkte“. Das sehen allerdings immerhin noch 7 Prozent als wichtigstes Kriterium.

Auch im kommenden Jahr rechnet Euroshop nicht mit großen Sprüngen: Der Umsatz werde zwischen 200 und 204 Millionen Euro liegen – bisher hatte das Unternehmen aus dem Einflussbereich der Versandhändler-Familie Otto mit 203 bis 206 Millionen Erlösen gerechnet. Auch das Ebit werde dann mit 175 bis 179 Millionen Euro um drei bis vier Millionen unter den bisherigen Erwartungen bleiben. Die meisten der Einkaufszentren aus dem Portfolio von Euroshop werden vom Projektentwickler ECE entwickelt und betrieben.

  • rtr
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