Deutsche Fleischindustrie
Wurst für die Welt

Immer weniger Deutsche essen Fleisch, die Zahl der Flexitarier und Vegetarier wächst. Viele Unternehmen suchen nun ihr Glück in Fernost, andere arbeiten an neuen Möglichkeiten, Kunden für Fleisch zu begeistern.
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DüsseldorfEs gab Zeiten, da galt Deutschland als Fleischnation schlechthin. Wann immer ausländische Gäste in hiesige Restaurants einkehrten, sie erwarteten ein sattes Stück Fleisch auf dem Teller. Man kannte ja nichts anderes.

Doch die Zeiten haben sich geändert. Der Vegetarierbund beziffert die Zahl der Vegetarier hierzulande auf sieben Millionen. Das wären knapp acht Prozent der Bevölkerung. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) kommt in einer Marktstudie zu dem Schluss, dass sich 3,5 Prozent der Haushalte fleischlos ernähren.

Größer ist der Anteil der Flexitarier. Das sind Menschen, die nur an einzelnen Tagen in der Woche und somit in der Menge deutlich weniger Fleisch konsumieren. Sieben bis acht Prozent der deutschen Haushalte zählen laut GfK bereits zu dieser Gruppe.

Der Fleischbranche macht dieses neue Konsumverhalten zu schaffen. Laut Zahlen der Konsumforscher orderten die Haushalte in Deutschland von Januar bis September etwa eine Million Tonnen Wurst. Bei Fleisch waren es sogar 1,1 Millionen Tonnen. Die Fleischverbände kalkulieren mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von knapp 60 Kilogramm pro Jahr.

Immer noch eine stolze Zahl, aber: Die Tendenz ist sinkend. Von Januar bis September hat die GfK beim Wurst- und Fleischverkauf im Einzelhandel verglichen mit dem Vorjahreszeitraum einen Rückgang von 2,2 Prozent gemessen. 

Noch eine andere Entwicklung bereitet der Branche Sorgen: In drei Viertel aller Haushalte leben nur noch ein oder zwei Personen. Die kochen weniger und gehen seltener einkaufen. Und diejenigen, die es noch tun, machen es unregelmäßiger als früher. Das lässt sich aus Zahlen der GfK ablesen.

Heute kochen nur noch zwei Drittel der deutschen Haushalte regelmäßig. 2006 waren es dagegen noch 74 Prozent. Dem Handel bricht damit eine wichtige Zielgruppe weg. „Wer kocht, geht 30 Prozent häufiger einkaufen“, sagt Konsumforscher Helmut Hübsch. Die Tendenz geht allerdings in die entgegengesetzte Richtung.

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