„Deutsche Klinik“ übernommen
Schwedische Capio kauft sich in deutschen Krankenhaus-Markt ein

Der schwedische Gesundheitskonzern Capio hat den privaten Krankenhaus-Betreiber Deutsche Klinik übernommen. Das soll aber erst der Anfang sein.

HB STOCKHOLM. „Dies ist ein Meilenstein in unserer Unternehmensstrategie. Mit der Deutsche Klinik als Plattform wird Capio einen schnellen Ausbau der deutschen Aktivitäten betreiben“, erklärte Capio-Chef Ulf Mattsson am Montag. Die Schweden wollten eine aktive Rolle spielen, zumal sich die Privatisierungswelle bei den Kliniken in Deutschland beschleunige. Das Unternehmen will hier zu Lande künftig unter dem Namen „Capio - Deutsche Klinik GmbH“ antreten.

Dem Kauf der zu den zehn größten privaten Krankenhausbetreibern in Deutschland gehörenden Deutsche Klinik muss aber noch das Bundeskartellamt zustimmen. Eine Entscheidung erwartet Capio innerhalb der nächsten zwei Wochen. Das Geschäft haben sich die Schweden 34 Mill. Euro kosten lassen.

Die Deutschen Klinik mit Sitz im bayerischen Bad Brückenau betreibt fünf Krankenhäuser in eigener Trägerschaft sowie sieben weitere Einrichtungen unter Managementvertrag. Die 1979 gegründete Gesellschaft war zunächst in der Krankenhausberatung tätig und beschäftigt heute rund 750 Mitarbeiter. 2005 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von gut 44 Mill. Euro und einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 1,5 Mill. Euro.

Die schwedische Capio hat sich auf Patientenversorgung und Diagnosedienstleistungen spezialisiert. Der Konzern ist neben Skandinavien auch in Großbritannien, Frankreich, Spanien und Portugal tätig und erzielte mit rund 14 500 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,3 Mrd. Euro.

Private Klinikbetreiber haben sich in der Regel auf den Erwerb und die Sanierung öffentlicher Krankenhäuser spezialisiert und profitieren vom zunehmenden Trend zu Privatisierungen auf Grund der prekären Finanzlage der öffentlichen Hand. Ihr Marktanteil in Deutschland liegt inzwischen bei 12 Prozent.

Die Deutsche Klinik nimmt nach eigenen Angaben Platz acht unter den privaten Klinikbetreibern in Deutschland ein. Die drei größten sind die Asklepios-Kliniken, die börsennotierte Rhön-Klinikum sowie die zu Fresenius gehörenden Helios Kliniken.

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