Deutsche Logistikbranche boomt
Logistik profitiert von der Globalisierung

Die Zustellung ist für die Deutsche Post inzwischen ein weitgehend automatisierter Prozess. Aus der alten Bundespost ist ein weltweit tätiger Logistikkonzern geworden. Logistik ist eine Wachstumsbranche und Deutschland hat hier eine Spitzenstellung inne.

DÜSSELDORF. Es klingt ein wenig romantisch: Bei jedem Wetter sticht Hans-Friedrich Nissen für die Deutsche Post in See. Mit der „Störtebeker“ verschifft der bärtige Friese Briefe und Pakete auf die Eilande in der Nordsee. Bei Ebbe stapft er auch zu Fuß durchs Watt, um die Post auf die Halligen zu bringen. Nissen steht für ein Stück Postgeschichte, bald werden Postleute wie Nissen aber wohl selbst Geschichte sein. Denn Zustellung ist für die Deutsche Post, die international nur noch unter der Marke DHL antritt, inzwischen ein weitgehend automatisierter Prozess.

Auch Privatkunden müssen sich in Zukunft an Automaten gewöhnen, an Paket- und Briefstationen, die nach und nach an die Seite der Postboten treten. Personal, das einem die Post bis auf die Insel bringt, wird selbst für Ex-Monopolisten in einem Wettbewerbsmarkt schlicht zu teuer. Die Fischer und Bauern auf den Halligen werden ihre Post dann wohl lieber beim wöchentlichen Einkauf auf dem Festland am Automaten ziehen.

Aus der alten Bundespost ist ein weltweit tätiger Logistikkonzern geworden. Logistik ist eine Wachstumsbranche, die wie kaum eine zweite von der zunehmenden Globalisierung profitiert – und Deutschland hat eine Spitzenstellung inne. Hier entstehen Jobs, die in klassischen Industriebereichen verloren gehen. Um in der Spitzenliga zu bleiben, muss aber scharf kalkuliert, kräftig rationalisiert und in neue Technologien investiert werden.

Moderne Technik ersetzt Handarbeit. Mit IBM, Intel, Philips und SAP hat die Post erst kürzlich eine strategische Partnerschaft vereinbart. Ziel ist es, technologische Entwicklungen in der Logistik voranzutreiben und zur Einsatzreife zu bringen. In Troisdorf bei Bonn wurde dafür ein konzerneigenes „DHL Innovation Center“ gegründet.

Viel Hoffnung setzt die Branche beispielsweise auf RFID – Radio Frequency Identification. Mit dieser Technologie können Daten berührungslos und ohne Sichtkontakt gelesen, gespeichert und weitergesendet werden. Herzstück des RFID-Systems ist ein papierdünnes Funketikett, welches einen Mikrochip mit Mini-Antenne enthält und auf Paketen, Paletten und Containern angebracht wird. Geplant wird das sich selbst zum Kunden steuernde Paket – erste Versuche laufen bereits. Unterstützt von der Bundesvereinigung Logistik (BVL) untersucht Prof. Bernd Scholz-Reiter von der Universität Bremen den Einsatz der Selbststeuerung in der Automobillogistik.

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