Deutsche Luxushotels
1001 Service für die Gäste vom Golf

Städte wie Düsseldorf oder München stehen bei arabischen Touristen hoch im Kurs. Hoteliers investieren kräftig und wollen die neuen Kunden mit Luxus-Etagen für Großfamilien und maßgeschneiderten Dienstleistungen ködern.
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DüsseldorfManchmal stehen drei türkisgrüne Ferraris vor der Tür. Und regelmäßig stauen sich mittags Dutzende Kleinbusse vor dem Interconti an der Düsseldorfer Königsallee. Der Grund für das Schauspiel auf dem Einkaufsboulevard: Familien aus den Golfstaaten zeigen ihre Luxusfahrzeuge oder treffen sich mit ihren Großfamilien für den nächsten Ausflug. Denn das Fünf-Sterne-Hotel ist derzeit fest in arabischer Hand.

„Unser Haus ist seit dem 20. Juli voll belegt“, sagt Ronald Hoogerbrugge, Direktor des Interconti Düsseldorf, dem Handelsblatt. „Davon sind 80 bis 85 Prozent arabische Gäste“, erzählt er stolz. Das ist ein neuer Rekord für das Interconti. Vor fünf Jahren lag die Quote erst bei 50 bis 60 Prozent.

In der gesamten Stadt sind so viele Touristen aus Katar, Dubai, Saudi-Arabien oder Oman wie noch nie. Düsseldorf profitiert von dem Trend, dass arabische Gäste im Sommer nach Deutschland kommen, um der Hitze zu entfliehen, zu shoppen und sich medizinisch versorgen zu lassen. Denn hier ist die ärztliche Betreuung besser, günstiger und schneller als in vielen ihrer Heimatländer.

Araber stürmen deutsche Hotels
Reisen von Arabern aus der Golf-Region nach Deutschland

2004-2013, in Tsd.


Seit 2009 haben sich die Reisen von Arabern aus den Golfstaaten nach Deutschland verdoppelt, ermittelte das statistische Bundesamt in Wiesbaden. Nach Deutschland kamen 2013 rund 517.000 Besucher aus der Golfregion, was laut World Travel Monitor einem Anteil von 23 Prozent ihrer Reisen nach Europa entsprach. Als Ziel in Europa ist Deutschland Spitzenreiter – noch vor Großbritannien und der Türkei.

An der Spitze der deutschen Lieblingsstädte der arabischen Kundschaft liegt München, hat die vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Studie Incoming-Tourismus Deutschland ermittelt. Danach folgen Frankfurt, Berlin, Düsseldorf und Hamburg. Bei den Shoppingausgaben führt München nach Berechnungen der Studie „Global Blue 2013“ zwar klar die Topliste an, wie die Experten für internationales Einkaufen feststellen. Auf den weiteren Plätzen aber liegt Düsseldorf noch vor Berlin.

Warum Düsseldorf? „Hier erreichen Sie alle Luxusgeschäfte rund um die Königsallee bequem zu Fuß“, sagt Hoogerbrugge. „Sie haben eine gute medizinische Versorgung und eine gute Infrastruktur mit einem internationalen Flughafen.“ Hier werden auch neue Hotels wie das Medici der Münchener Derag-Gruppe, das erst im März öffnete, „von den vielen Gästen aus den Golfstaaten überrascht“, wie Direktor Bertold Reul sagt

Die Reiselust der Araber für Deutschland setzte nach der Jahrtausendwende ein. Damals waren viele Hotels noch nicht auf die Gäste vom Golf und ihre Kultur eingestellt. Das hat sich inzwischen geändert. Das reicht vom speziellen Frühstücksangebot mit Datteln und Couscous über Gebetsräume bis zu den besonderen Platzansprüchen. Da die Familien meist in Gruppen anreisen, sind ihnen Doppelzimmer zu klein. „Wir haben in den vergangenen fünf Jahren insgesamt rund 30 Millionen Euro investiert“, sagt Axel Ludwig, Direktor des Hotels Vier-Jahres-Zeiten-Kempinski in München. Er hat mehr Zimmer mit Verbindungstüren ausgestattet und Bidets eingebaut.

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448 Euro pro Nacht

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  • Also liebes Handelsblatt, nun bin ich aber etwas enttäuscht von euch, wieso löscht ihr meinen konstruktiven Kimmentar.
    Nochmal mein Vorschlag: Wieso nehmen diese reichen Moslems auf der Rückreise nicht einige ihrer Glaubensbrüder mit. Der Islam ist doch eine friedliche Religion, da ist Nächstenliebe sogar Pflicht.
    Und da es sich ja dabei um "Facharbeiter" handelt, wieso sollten die da nicht gerne und tüchtig zugreifen, zumal die sich ja auch mit den Gepflogenheiten der neuen Heimat sehr gut auskennen würden.

  • Ja, das wird hier Alltag werden im -->hootonland, Wer bei fb 2mal in wenigen Wochen gesperrt wird, kann sich schon mal einen anderen Wohnsitz suchen. Das sichere Leben in einem normalen Land ist vorbei.

  • Das Bild (deutscher Rikscha-Fahrer fährt muslimische Frauen durch die Gegend) wird man in Zukunft wohl öfters sehen, denn unsere geliebten Wirtschaftsflüchtlinge wollen das sicher auch irgendwann.... nicht nur für reiche Frauen.

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