Deutsche Post Briefporto soll auf 58 Cent steigen

Die Deutsche Post hat eine Erhöhung des Briefportos von derzeit 55 Cent bei der Bundesnetzagentur beantragt. Von der Preiserhöhung sind auch Geschäftskunden betroffen. Unternehmenschef Appel verweist auf den Kostendruck.
Update: 15.09.2012 - 00:20 Uhr 19 Kommentare
Ein Post-Mitarbeiter in einem Briefzentrum. Quelle: dpa

Ein Post-Mitarbeiter in einem Briefzentrum.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Deutsche Post will die Verbraucher im kommenden Jahr beim Briefporto stärker zu Kasse bitten. Der Konzern plant, den Preis für den Standardbrief bis 20 Gramm im nationalen Versand von derzeit 0,55 Euro auf dann 0,58 Euro zu erhöhen, teilte die Post am Freitag mit. Zudem soll der Preis für den nationalen Maxibrief mit einem Gewicht bis 1.000 Gramm von 2,20 auf 2,40 Euro in die Höhe geschraubt werden.

Entsprechende Anträge hat der Konzern bei der Bundesnetzagentur eingereicht. Der Regulierer muss nun entscheiden, ob die Post tatsächlich an der Preisschraube drehen darf.

Der Vorstandschef der Deutschen Post, Frank Appel, hat die für 2013 geplante Porto-Erhöhung mit Kostendruck und Qualitätssicherung begründet. Er sagte der „Bild“-Zeitung (Samstag): „Es ist die erste Erhöhung seit 15 Jahren. Seitdem sind die Kosten erheblich gestiegen.“ Um weiterhin hohe Qualität zu liefern und die Mitarbeiter anständig bezahlen zu können, „müssen wir diesen Schritt gehen“.

Appel widersprach gleichzeitig dem Eindruck vieler Verbraucher, dass die Post trotz der Portoerhöhung an den Briefträgern spare und Post nicht mehr regelmäßig an sechs Tagen pro Woche ausliefere. „Unsere Briefzusteller tragen weiterhin von Montag bis Samstag Post aus, und das wird auch so bleiben“ erklärte er.

Angesichts des schrumpfenden Briefgeschäfts setzt die Post auf neue Geschäftsfelder im Internet. „Wir arbeiten daran, das Briefgeheimnis in die digitale Welt zu tragen“, sagte Appel. „Das Thema Sicherheit hat mittlerweile ein riesiges Potenzial. Deshalb überlegen wir, wie wir Kommunikationsplattformen schaffen können, bei denen sich jeder sicher sein kann, dass seine Daten, Fotos etc. nicht in falsche Hände geraten.“

Geplant sind auch Preiserhöhungen bei Bücher- und Warensendungen sowie im internationalen Versand. So soll laut Post der Preis für einen Kompaktbrief bis 50 Gramm ins Ausland von 1,45 Euro auf 1,50 Euro steigen. Das Produkt Infobrief für den Versand von mindestens 50 inhaltsgleichen Briefen werde eingestellt.

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19 Kommentare zu "Deutsche Post: Briefporto soll auf 58 Cent steigen"

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  • 15 Jahre mal 2 Prozent Inflation macht 30%. Das wäre die Preiserhöhung die mindestens für die Zustellung erfolgen muss.
    Stattdessen werden Arbeitsplätze wegrationalisiert und geringfügig Beschäftigte eingestellt. Beide Gruppen zahlen nicht in die Rentenkasse ein.

    Das ist es, was wir mit unserer Geiz ist Geil-Mentalität selbst verursachen. Dafür bekommen wir dann auch die Zuschuss-Rente, weil alle Kassen leer sind.
    Viel Spass noch beim Pfennige zählen!

  • An den Briefmarkenautomaten können Sie jede Stückelung einstellen die Sie brauchen. Auch 3 Cent Marken.

  • rolfnighthawk: "... und in Essen, im Hauptpostamt habe ich noch nie erlebt, dass weniger als 30 - meistens sogar 50 Kunden vor mir waren"

    Das kann ich bestätigen. Unter einer viertel Stunde Wartezeit bin ich dort noch nie herausgekommen. Dort gibt es regelmäßig 15m lange Schlangen bis vor die Eingangstür und es sind meist nur die Hälfte der Schalter besetzt. Wenn man die Wartezeit mit auf die Preise rechnet, dann ist die Post der teuerste Versender von allen!

  • Mir bereiten die Pläne für eine Millionärs-Steuer bei den Sozen mehr Sorgen !

  • ... und in Essen, im Hauptpostamt habe ich noch nie erlebt, dass weniger als 30 - meistens sogar 50 Kunden vor mir waren
    und wenn man nur 30 Kunden - sagen wir nur 20 minuten die Zeit stielt, so sind das 10 stunden - bei nur 20 Euro Stundenlohne insgesamt also jeweils 100 Euro - die man Stunde für Stunde, den Kunden stielt.

  • etwas zum postservice
    am letzten montag wollte ich in der poststelle in Essen-Bredeney Infobriefe abgeben - es wurde allein wegen der schlange ein paar minuten vor 18 uhr
    Als ich an die Reihe kam, meine der "postbeamte" - es würde sicher nach 18 uhr werden - also könne er mich nicht mehr bedienen, denn um 18 uhr wolle er pünktlich feierabend machen !!!
    Trotz aller einwände - und allein wegen der diskussion wurde es dann tatsächlich 18 uhr - und dieser überfleissige beamte verwies mich aus der poststelle.
    "Er müsse nach Hause, die Strassenbahn könnte er verpassen und und und (trotz der dort herrschenden allerbesten verbindungen in essen) - und er setzte noch eines drauf, "nun würde der computer diese Eingabe nicht mehr annehmen" - doch das war gelogen, denn in der Stadt gings noch ...
    meine meinung/voreingenommenheit über beamte wurde mal wieder voll bestätigt:
    "Unfähig, ineffizient, faul und überbezahlt"
    Aber mit höherem Porti wird sicher alles besser...

  • die tennisvereine sind voll von frühpensionierten postbeamten
    diese kosten müsste der verbraucher auch den briefmarken zurechnen.
    Immer geht man den weg der preiserhöhungen bei den privatkunden - dort ist einfach der geringste widerstand zu erwarten.
    ich schlage vor, wie holen die post selber bei unseen freunden ab - dennoch kaufen wir dafür eine briefmarke -
    das sind postträume, oder?

  • Wo wird denn noch Montag zugestellt? Bei uns doch auch nicht mehr... Aber dass Samstag zugestellt wird, das ist ja wichtig. Der Post-Mitarbeiter könnte sich ja über ein normales Wochenende freuen, welch schlimme Vorstellung...

  • Einige Lebensmittelpreise, Energie etc. haben sich in der Zeit fast verdoppelt. Aber trotzdem gibt es noch einige Permanörgler, die eine Preisanpassung von 7% für unangemessen halten. Leute, ihr werdet euch in den nächsten Jahren noch an ganz andere Preisschübe gewöhnen müssen

  • Ich hoffe, man druckt auch genügend 3-Cent-Marken, damit man die alten Briefmarken noch weiter nutzen kann.

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