Deutsche-Post-Chef Appel
„Die Beschäftigten werden gemobbt“

Die Streiks der Gewerkschaft Verdi setzen der Deutschen Post weiter zu. Auch am Wochenende legten viele Beschäftigten die Arbeit nieder. Post-Chef Appel erhebt in einem Interview nun schwere Vorwürfe gegen Verdi.
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Berlin/ BonnBundesweit haben Beschäftigte der Post ihre Warnstreiks vor dem Start der nächsten Verhandlungsrunde in dem Tarifkonflikt am Montag fortgesetzt. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi traten am Samstag rund 5000 Mitarbeiter in den Ausstand. Nur in Berlin, Brandenburg und Bayern habe es eine Warnstreik-Pause gegeben, hieß es. Am Freitag hatten bereits mehrere tausend Angestellte ihre Arbeit niedergelegt. Deshalb sollten der Post zufolge Millionen Briefe ihre Empfänger erst später erreichen.

Im Tarifstreit mit der Gewerkschaft Verdi verschärft Deutsche-Post -Chef Frank Appel den Ton. „Die Beschäftigten werden gemobbt, es wird Angst geschürt, damit sie sich hinter der Gewerkschaft versammeln“, sagte Appel der „Welt am Sonntag“ laut Vorabbericht. Wer sich nicht an den Streiks beteilige, werde übel beschimpft.

Verdi hatte zuletzt vor der möglicherweise entscheidenden Runde im Tarifkonflikt den Druck noch einmal erhöht. Tausende Beschäftigte legten erneut die Arbeit nieder. Beide Seiten wollen ihre Gespräche am Montag und Dienstag in Berlin in der dann sechsten Runde fortsetzen. Die Gewerkschaft will für die 140.000 Tarifbeschäftigten des Konzerns 5,5 Prozent mehr Lohn sowie eine Verkürzung der Wochen-Arbeitszeit auf 36 von 38,5 Stunden bei vollem Lohnausgleich durchsetzen.

Ein Kernpunkt des Konflikts ist aber vor allem der Aufbau von 49 regionalen Gesellschaften für die Paketzustellung. Dort arbeiten nach Angaben der Post schon mehr als 6000 Menschen. Bezahlt werden sie nicht nach dem Haustarif des Konzerns, sondern nach dem in der Regel niedrigeren Tarif des Speditions- und Logistikgewerbes.

Appel ergänzte, die neu gegründeten Zustellfirmen würden nicht wieder eingestellt: „Das ist realitätsfern.“ 6000 Mitarbeiter seien bereits einstellt worden. Die Wettbewerber des Bonner Dax-Konzerns zahlten deutlich niedrigere Stundenlöhne, darauf müsse die Deutsche Post reagieren.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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