Deutsche Post
Experten sehen Portoerhöhung skeptisch

Die Deutsche Post will ab 2013 das Briefporto von 55 auf 58 Cent erhöhen. Der Vorstoß wird von Politik und Monopolkommission skeptisch beurteilt. Schließlich seien die Umsatzrenditen der Post zuletzt überhöht gewesen.
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Berlin/BonnDer Vorstoß der Deutschen Post für ein höheres Briefporto wird von Politik und Monopolkommission skeptisch beurteilt. „Es wird darüber zu reden sein, ob das so sein muss“, sagte der Beauftragte der Unionsfraktion für Post-Politik, Georg Nüßlein (CSU), der „Welt am Sonntag“. Die Bundesnetzagentur dürfe das Anliegen nicht einfach durchwinken. Die Post geht allerdings davon aus, dass ihr Antrag genehmigt wird.

Nüßlein betonte, die Behörde sollte vor einer Genehmigung genau prüfen, inwiefern die Zahlen der Deutschen Post die geforderte Portoerhöhung rechtfertigten. Allerdings sei ein höheres Porto auf Dauer wohl unvermeidlich, wenn bei schrumpfendem Briefaufkommen für ländliche Räume weiter Versorgungssicherheit gewährleistet werden solle.

Auch bei der Monopolkommission gab man sich zurückhaltend. Der Kommissionsvorsitzende Daniel Zimmer verwies darauf, dass man die Umsatzrenditen der Post im Briefbereich bereits in zwei Gutachten in den Jahren 2009 und 2011 als überhöht eingestuft habe.

Die Post hat bei der Bundesnetzagentur beantragt, das Briefporto vom 1. Januar 2013 an erhöhen zu dürfen. Der Preis für einen bis zu 20 Gramm schweren Standardbrief soll dann 58 statt 55 Cent betragen.

Die Post rechnet fest mit der Genehmigung der geplanten Portoerhöhung. „Für solche Preisanpassungen gibt es ein von der Behörde vorgeschriebenes Verfahren. An dieses haben wir uns exakt gehalten“, sagte Brief-Vorstand Jürgen Gerdes dem Berliner „Tagesspiegel“.

Das Unternehmen habe seit 15 Jahren den Preis für den Standardbrief trotz erheblich gestiegener Kosten nicht erhöht. „Das war nur möglich, weil wir unsere Produktivität durch viele Maßnahmen ständig verbessert haben“, sagte Gerdes. „Wenn gleichzeitig immer weniger Briefe geschrieben werden, lassen sich damit allein aber die steigenden Kosten irgendwann nicht mehr auffangen.“ Wann Päckchen und Pakete teurer werden, werde die Zukunft zeigen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Eine Monopolstellung ist immer ein Freibrief zum Abkassieren.
    Der freie Wettbewerb sollte gefördert werden.
    Die Erhöhung auf 58 Cent bringt noch mehr E-Mail-Briefe.

  • "Das Unternehmen erbringe seit vielen Jahren als einziges Unternehmen eine flächendeckende postalische Grundversorgung, zahle gute Tariflöhne und biete beispielgebende Sozialleistungen."

    Lügner! Was ist den Subunternehmern, die Menschen Briefkästen für 5 Euro brutto die Stunde entleeren läßt? Und das sind keine 8Stunden Verträge, da wird nur die Zeit bezahlt, die für die Tour fest geschrieben ist, ohne An- und Abfahrt. Was ist mit vergleichsweise jungen Beamten im Zustelldienst, die möglichst frühzeitig abgeschoben werden sollen?

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