Deutsche Post
Geschäftskunden helfen während Streiks aus

Als „großartige Geste“ sieht die Deutsche Post die Hilfe einiger Geschäftskunden: Diese schicken Mitarbeiter, um während des Streiks auszuhelfen. Die Gewerkschaft DPV sieht dagegen das Briefgeheimnis gefährdet.
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BerlinAngesichts des unbefristeten Streiks tausender Mitarbeiter helfen auch Angestellte von Geschäftskunden in Sortierzentren der Deutschen Post aus. Eine Unternehmenssprecherin sagte der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch, „ein halbes Dutzend namhafter Unternehmen“ schicke Mitarbeiter, um die Streikfolgen abzumildern.

Einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) zufolge helfen Angestellte von Versandhäusern und Versicherungen in den nächstgelegenen Sortierzentren aus, damit ihre Sendungen nicht liegen bleiben. Dort kümmerten sie sich nicht speziell um die Briefe und Pakete des eigenen Unternehmens, sondern sortierten auch fremde Sendungen.

„Das ist eine großartige Geste und zeigt die Verbundenheit und Solidarität unserer Kunden“, zitierte die FAZ aus einer E-Mail des Post-Betriebschefs für Briefe und Pakete, Uwe Brinks. Der Chef der Kommunikationsgewerkschaft DPV kritisierte das Vorgehen und sieht dadurch das Brief- und Postgeheimnis in Gefahr. „Die Sicherheit und Vertraulichkeit des Postbetriebes ist in keiner Weise mehr gewährleistet“, sagte er der FAZ.

Wenig Sorgen um mögliche Streikfolgen muss sich offenbar der Online-Versandhändler Amazon machen. Der größte Postkunde genieße eine Vorzugsbehandlung, damit seine eiligen „Prime“-Sendungen auch während des Arbeitskampfs pünktlich ankommen, berichtete die FAZ. Laut Brinks erreichen immer noch fast 98 Prozent dieser Amazon-Sendungen am nächsten Tag ihren Empfänger.

Der nordrhein-westfälische Verdi-Fachbereichsleiter für Postdienste, Uwe Speckenwirth, kritisierte, dass der Konzern versuche, Großkunden wie Amazon durch eine bevorzugte Behandlung bei Laune zu halten. Darunter litten mittelständische Unternehmen, Behörden und Privatkunden. Der Postkonzern sei dabei, „ein hochgradig leistungsfähiges Zustellnetz und sein gutes Image für ein paar Prozent Rendite mehr zu zerschlagen“, bemängelte Speckenwirth.

Verdi hatte den unbefristeten Streik bei der Post vor anderthalb Wochen begonnen und seither immer mehr Mitarbeiter in den Ausstand gerufen. Hintergrund ist ein Streit um neu gegründete Regionalgesellschaften, in denen die Mitarbeiter nicht nach dem Haustarif der Post bezahlt werden, sondern nach dem niedrigeren Tarif der Speditions- und Logistikbranche.

Verdi sieht das als Verstoß gegen frühere Vereinbarungen mit dem Logistikkonzern und fordert eine Rückführung der Regionalgesellschaften in den Haustarifvertrag.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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