Deutsche Post: In Bonn hängt der Haussegen schief

Deutsche Post
In Bonn hängt der Haussegen schief

Bei der Deutschen Post laufen die Geschäfte wie geschmiert. Vor allem der Online-Handel treibt Umsätze und Gewinne an. Dennoch hängt der Haussegen in Bonn schief – zu einem ungünstigen Zeitpunkt.
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BonnMelanie Kreis hat bei der Deutschen Post keinen leichten Job. Seit November verantwortet die frühere Finanzchefin der Sparte DHL Express den Personalbereich des Konzerns mit fast 490.000 Mitarbeitern. Doch der Post-Vorstand hat Arbeitnehmervertreter und die Gewerkschaft Verdi im Januar gegen sich aufgebracht. Es geht um die Neugründung von 49 Regionalgesellschaften in der Paketsparte, in denen befristet Beschäftigte sowie Arbeitssuchende von außen einen festen Job erhalten sollen. Dort gelten aber deutlich schlechtere Konditionen als im Haustarif des Unternehmens.

„Mir ist bewusst, dass das für die Gewerkschaft ein schwieriges Thema ist“, räumt die 43-jährige Managerin bei der Bilanzvorlage am Mittwoch in Bonn offen ein. Aber es werde eine gemeinsame Lösung geben, wobei das Unternehmen den Beschäftigten nichts wegnehmen werde. Die neue Personalchefin sucht das Gespräch mit Verdi. Schon bald werde über den gekündigten Tarifvertrag zu den Arbeitszeitregelungen und über andere Themen gesprochen. Voraussichtlich im Mai geht es dann auch um neue Entgelte. Aber ihr ist auch klar: „Wir werden keine einfache und schnelle Lösung finden.“

Denn Verdi ist verschnupft und die Stimmung gereizt. Die Deutsche Post sei der Marktführer und stehe wirtschaftlich prächtig da, sagt Verdi-Bundesvorstand Andrea Kocsis. „Dass der Vorstand in dieser Situation die Axt an Lohnkosten und Arbeitsbedingungen setzt, ist für uns nicht akzeptabel.“ So würden nur kurzfristige Profitinteressen bedient.

Verdi spricht von „Vertragsbruch“ und von „einem klaren Fall von Tarif- und Mitbestimmungsflucht“. Die Post wolle mit diesem Manöver die Arbeitsbedingungen von 10.000 Beschäftigten radikal verschlechtern. Die Positionen liegen weit auseinander - und Postchef Frank Appel ahnt: „Ich weiß, dass das schwierig ist zu erklären.“

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