Deutsche Post
Post räumt Verstöße gegen den Datenschutz ein

Methoden wie beim Discounter Lidl: Die Deutsche Post hat in mindestens zwei ihrer insgesamt 82 Briefzentren jahrelang sensible Krankheitsdaten von Mitarbeitern gesammelt und diese für ihre Personalpolitik genutzt. Indes schlägt das Unternehmen im Briefgeschäft einen rigorosen Sparkurs ein.

DÜSSELDORF. Es handele sich um Einzelfälle, sagte eine Post-Sprecherin. Sie räumte aber ein, dass Datenschutzregeln verletzt wurden. Dies sei nicht gesetzeskonform gewesen und entgegen aller Richtlinien geschehen, die seit Jahren im Konzern gelten würden. Die Post habe die Daten „natürlich sofort gelöscht“.

Wie der „Spiegel“ berichtete, hat die Post sogar intimste Details wie genaue Beschreibungen psychischer Erkrankungen oder Zustandsbeschreibungen von Mitarbeitern mit schweren Herzerkrankungen gespeichert. Verbunden seien die Daten oft mit klaren Handlungsempfehlungen gewesen, etwa auf die Beschäftigten einzuwirken, in den Vorruhestand zu gehen oder ihr Tätigkeitsfeld im Konzern zu wechseln. Wie viele Mitarbeiter betroffen waren, sagte die Post nicht. Insgesamt beschäftigt der Konzern 170 000 Menschen in der Briefsparte. Die Gewerkschaft Verdi forderte, den Vorgang rigoros aufzuklären. In jüngster Zeit hatten bereits etliche Unternehmen in Deutschland Verstöße gegen den Datenschutz eingeräumt, neben Lidl Daimler und die Drogeriekette Müller.

Unterdessen macht Briefvorstand Jürgen Gerdes Ernst mit seinen Sparplänen. Angesichts sinkender Briefvolumina und wachsender privater Konkurrenz muss die Post Kosten senken. Dazu will Gerdes auch Gespräche mit Verdi beispielsweise über eine Verlängerung der Arbeitszeiten führen. Die Lage ist ernst: Der operative Gewinn des ersten Quartals kam fast ausschließlich aus der Briefsparte, gab aber im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel nach.

Wie bereits bei der Vorstellung der Quartalszahlen angekündigt, soll die nächtliche Briefbeförderung per Flugzeug im Inland beendet werden. „Zum 1. Juli wird das Nachtluftpostnetz in Deutschland endgültig eingestellt“, bestätigte ein Post-Sprecher. Der Transport der entsprechenden Briefsendungen wird auf die Straße verlagert. Zur Höhe der Einsparungen macht die Post keine Angaben. Sie dürften aber im mittleren zweistelligen Millionenbereich liegen, meinen Branchenkenner.

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