Deutsche Post Verdi weitet Poststreik erneut aus

Die Dauerstreiks bei der Post werden ausgedehnt. Die Gewerkschaft Verdi appelliert an den Bund als Großaktionär. Für eine Rückkehr an den Verhandlungstisch gibt es jedoch keine Anzeichen.
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Sieben Millionen Briefe bleiben wegen des Arbeitskampfs derzeit täglich liegen. Quelle: dpa
Streikende Post-Mitarbeiter in Berlin

Sieben Millionen Briefe bleiben wegen des Arbeitskampfs derzeit täglich liegen.

(Foto: dpa)

Bonn/BerlinIm Arbeitskampf bei der Post lässt Verdi nicht locker und schickt weitere Mitarbeiter des Konzerns in den Dauerstreik. Gleichzeitig appellierte die Gewerkschaft an den Bund als Hauptanteilseigner der Post, zur Lösung des Tarifkonflikts beizutragen. „Er darf nicht zulassen, dass ein flächendeckendes Zustellnetz zerschlagen wird“, erklärte die stellvertretende Verdi-Bundesvorsitzende Andrea Kocsis am Dienstag einer Mitteilung zufolge bei einer Demonstration vor dem Bundesfinanzministerium in Berlin. Daran beteiligten sich nach Verdi-Angaben etwa 3000 Streikende, die mit Trillerpfeifen und Sprechchören auf sich aufmerksam machten. Der Bund hält noch 21 Prozent an der Post.

Unterdessen weitete Verdi den Ausstand aus und erhöhte die Zahl aller Streikenden auf knapp 19.500. In den kommenden Tagen sollen auch die ersten Paketzentren in den Ausstand einbezogen werden, die bislang ausgenommen waren. Damit dürfte es für die Post immer schwieriger werden, Pakete pünktlich an ihre Kunden auszuliefern. Schon heute kommen durch den Streik nach Angaben des Unternehmens mehr als ein Fünftel aller Briefe und mehr als ein Viertel aller Pakete erst verspätet beim Kunden an.

Knackpunkt des Konflikts ist die Gründung von 49 regionalen Gesellschaften im Paketgeschäft. Dort sind inzwischen mehr als 6000 Menschen beschäftigt, die nach niedrigeren Gehältern des Speditions- und Logistikgewerbes bezahlt werden. Verdi fordert deren Rückkehr in den Haustarifvertrag und erklärte sich im Gegenzug bereit, auf eine lineare Anhebung der Gehälter in diesem Jahr zu verzichten. Die Post lehnte das Angebot ab.

  • dpa
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