Deutsche Post verkauft Transoflex an Odewald
Hermes will mit Partner in Europa wachsen

Die zum Versandhandelskonzern Otto gehörende Logistikgruppe Hermes ist derzeit auf der Suche nach einem strategischen Partner, um in Europa bei der Paketzustellung von Unternehmen an Privatpersonen stärker zu wachsen.

agr/lip HAMBURG. „Ich führe bereits mit mehreren Interessenten Gespräche, die bis zum Sommer abgeschlossen sein sollen“, sagte Hermes-Chef Hanjo Schneider.

Als mögliche Partner sieht er vor allem unabhängige Logistik-Dienstleister. „Nationale Postunternehmen kommen nicht in Frage“, sagte Schneider. Namen von Interessenten nannte er aber nicht. Bislang ist Hermes mit Partnern nur in Frankreich und England aktiv. Durch die europaweite Expansion will der Hermes-Chef den Umsatz im Privatkunden-Bereich von 450 Mill. Euro „deutlich ausweiten“. Konkretere Angaben machte er nicht.

Im laufenden Geschäftsjahr 2005 will Schneider den Gruppenumsatz um 20 Prozent auf 852 Mill. Euro steigern. Ein Teil des Wachstums soll aus dem Versand von Möbeln für den schwedischen Möbelhersteller Ikea in Deutschland kommen. Hermes setzt in diesem Bereich rund 150 Mill. Euro um.

Verärgert ist Schneider über die Deutsche Post. Wie vorher schon beim Konkurrenten General Logistics Systems (GLS) versuche die Post, Kunden von Hermes mit hohen Preisabschlägen abzujagen. „Wir sind hiervon allerdings nicht in dem Ausmaß betroffen wie GLS“, sagte Schneider. GLS-Chef Rico Back hatte gestern kritisiert, dass die Post die marktüblichen Preise mit Rabatten von acht bis zehn Prozent oder 20 bis 30 Cent je Paket unterböte. „Das stimmt nicht“, sagte ein Post-Sprecher. Es sei unzutreffend, dass die Posttochter DHL mit Preisen operiere, die die Kosten nicht decken.

Die zur britischen Royal Mail gehörende GLS, viertgrößter deutscher Paketdienst hinter der Post/DHL, DPD (französische La Poste) sowie UPS, steigerte den Umsatz 2004 um 10 Prozent auf 1,33 Mrd. Euro. Davon entfiel die Hälfte auf Deutschland. Das Ergebnis vor Steuern stieg nach Firmenangaben um 70 Prozent auf 100 Mill. Euro.

Nach dem Veto des Bundeskartellamts gegen eine vollständige Übernahme des Apotheken-Lieferdienstes Transoflex und nach der Niederlage vor dem Bundesgerichtshof haben Post und Bayerische Landesbank nun ihre Beteiligungen erwartungsgemäß an den Berliner Finanzinvestor Odewald & Compagnie verkauft. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. In der Branche war über einen Preis von 200 Mill. Euro spekuliert worden. Die Post hielt rund 25 Prozent an dem Weinheimer Kurierdienst. Transoflex erzielte 2004 mit 730 Mitarbeitern 430,8 Mill. Euro Umsatz.

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