Deutsche Reisebüroverband befürchtet hohe Ausfallkosten für heimische Reiseunternehmen
Onur Air zieht alle Register

Der Streit um das von Deutschland, Frankreich, der Schweiz und den Niederlanden verhängte Start- und Landeverbot für Maschinen der türkischen Fluggesellschaft Onur Air spitzt sich zu. Am Pfingstmontag schaltete sich erneut die türkische Regierung in die Auseinandersetzungen ein.

HB ISTANBUL/DEN HAAG/BRÜSSEL/BERLIN. Tourismusminister Atilla Koc kritisierte, der Türkei würden im Tourismus „Hindernisse von außen“ in den Weg gelegt. Eine „starke“ Fluglinie wie Onur Air, die etwa 3,5 Millionen Touristen ins Land bringen könne, sei gestoppt worden, „(nur) weil es bei ein oder zwei Maschinen Pannen gegeben haben soll“, sagte der Minister am Montag auf Fragen türkischer Journalisten.

Die Verhandlungen über das niederländische Flugverbot für die türkische Fluglinie werden am Mittwoch in Istanbul fortgesetzt. Eine Marathonsitzung bei der niederländischen Flugaufsicht am Amsterdamer Flughafen Schiphol habe zu keinem greifbaren Ergebnis geführt, sagte ein Sprecher der Behörde am Montagabend. Das am vorigen Donnerstag verhängte Flugverbot bleibe deshalb bis auf weiteres wie vorgesehen bis zum 12. Juni in Kraft.

Nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ sind an Maschinen der Onur Air defekte Triebwerke und abgefahrene Reifen entdeckt worden. Bei Flügen fehlten Versicherungspolicen, die mitgeführt werden müssen. Einige Piloten hätten ihre Fluglizenzen nicht mit im Cockpit gehabt. Das Blatt bezog sich auf Informationen niederländischer Luftfahrtkreise. „Onur Air hatte von uns eine Liste aller Mängel, wurde mehrfach verwarnt, zuletzt Dienstag“, sagte Fred van Zeel von der niederländischen Luftfahrtbehörde. Dem Bericht zufolge soll Onur Air nicht nur eigene Maschinen im Einsatz haben, sondern chartere regelmäßig dazu, oftmals „von Fluggesellschaften jenseits des Urals“.

Laut türkischen Zeitungsberichten hat die Airline inzwischen damit begonnen, den Firmennamen von gemieteten Passagiermaschinen zu entfernen. Bei einem auf dem Istanbuler Flughafen stehenden Flugzeug der türkischen Saga Airlines sei am Sonntag der Schriftzug Onur Air an Rumpf und Heck abgelöst worden, berichteten die Zeitungen „Sabah“ und „Vatan“ am Montag. Einen Lösungsweg habe die nach dem Flugverbot in Schwierigkeiten geratene Fluggesellschaft darin gefunden, dass Firmenlogo zu beseitigen, hieß es in einer der Unterschriften unter dem Foto, das die Entfernungsaktion zeigt.

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