Seefahrer ringen mit Konjunkturflaute

Deutsche Schifffahrt
Seefahrer ringen mit Konjunkturflaute

Der Schifffahrts-Branche drohen weiter schwere Zeiten: Die Euro-Krise und die Abkühlung des Welthandels dämpfen die Aussichten für Reeder und Häfen. Experten fürchten sogar, dass immer mehr Unternehmen Pleite gehen.
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Düsseldorf/HamburgDie deutschen Seehäfen wachsen in diesem Jahr nur langsam. 2012 werde der Gesamtumschlag voraussichtlich um rund drei Prozent auf 304 Millionen Tonnen steigen, teilte der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) in Hamburg mit.

Grund dafür sei die weltwirtschaftliche Abkühlung wegen der EU-Staatsschuldenkrise, sagte ZDS-Präsident Klaus-Dieter Peters. Auch im kommenden Jahr sei nur mit geringem Wachstum zu rechnen. 2011 hatten die deutschen Seehafenbetriebe noch ein Umschlagsplus von acht Prozent verzeichnet.

Die Auswirkungen der Euro-Krise zeigen sich auch beim wichtigen deutschen Hafen- und Logistikunternehmen HHLA. Die Betreibergesellschaft des Hamburger Hafens meldet sinkende Container-Ladungen aus Asien. Allerdings konnte der Konzern dies dank des starken Exports aus Deutschland wettmachen. Für einen Ausgleich sorgten auch der starke Nordamerikaverkehr sowie Zuwächse im Zubringerverkehr in den Ostseeraum.

„Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich im Verlauf des dritten Quartals weiter eingetrübt“, erklärte HHLA-Chef Klaus-Dieter Peters bei der Vorlage der Quartalszahlen. Das Unternehmen hatte im Sommer zum zweiten Mal in diesem Jahr die Geschäftsprognose gesenkt.

Auch Deutschlands größte Containerlinie Hapag-Lloyd verzeichnet sinkende Frachtraten auf den wichtigen Routen nach Asien. Noch wirkt sich das im Geschäft kaum aus, da Hapag-Lloyd auf anderen Strecken gut verdient. Dabei profitierte Hapag-Lloyd von Preiserhöhungen, die die Reederei in den vergangenen Monaten durchgesetzt hat.

Allerdings neigt sich diese Phase dem Ende zu. „Leider ist es im dritten Quartal aufgrund des Ausfalls der Peak Season nicht gelungen, den Aufwärtstrend bei den Frachtraten fortzusetzen“, sagte Vorstandschef Michael Behrendt. Als Peak Season bezeichnen Reedereien die Zeit, wenn große Handelsunternehmen und Warenhauskonzerne ihre Läger für das Weihnachtsgeschäft füllen.

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