Deutscher Arbeitsmarkt
Zeitarbeiter verzweifelt gesucht

Die Zeitarbeitsunternehmen in Deutschland leiden unter einem Mangel an qualifizierten Mitarbeitern. Ursache ist die große Nachfrage ihrer Kunden. Die Personaldienstleister müssen bereits Aufträge ablehnen, weil ihnen die passenden Arbeitskräfte fehlen.

HB DÜSSELDORF. Marktführer Randstad hat derzeit rund 6 000 offene Stellen, Manpower Deutschland, der drittgrößte Anbieter im Markt, 3 000. „Wir suchen vor allem Ingenieure und qualifizierte Fachkräfte“, sagt Manpower-Chef Thomas Reitz im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Bei speziellen Berufen deckt das Unternehmen seinen Bedarf an Zeitarbeitnehmern mittlerweile schon im Ausland. Die im prosperierenden Flugzeugbau dringend benötigten Mechaniker beispielsweise holt Manpower Deutschland derzeit aus Großbritannien. Parallel bildet das Unternehmen KFZ-Mechaniker in monatelangen Qualifizierungsmaßnahmen weiter.

Auch Marktführer Randstad berichtet von Mitarbeiter-Engpässen. Neben Ingenieuren werden auch Fachkräfte für Banken und Versicherungen oder kaufmännische Mitarbeiter dringend gesucht. Manchen Kundenauftrag können die Zeitarbeitsfirmen schon nicht annehmen, weil die geeigneten Mitarbeiter fehlen. Das habe es seit Jahren nicht gegeben, heißt es.

Um 16 Prozent auf mehr als acht Mrd. Euro ist der Markt 2005 laut Bundesverband Zeitarbeit gewachsen, in diesem Jahr halten Branchenvertreter noch einmal 15 bis 18 Prozent Zunahme für möglich. Die Unternehmen profitieren von der konjunkturellen Erholung und dem zunehmenden Trend zu mehr Flexibilisierung in der Wirtschaft, die immer häufiger auch komplette Projekte an Zeitarbeitsfirmen übergibt.

Auch für das kommende Jahr erwartet Manpower-Chef Reitz ein Wachstum der Branche von mindestens 15 Prozent, allein schon wegen des Trends zur Flexibilisierung. Da dürfte nach Reitz’ Einschätzung auch die geplante Mehrwertsteuererhöhung keinen Nachfrageeinbruch verursachen.

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