Deutscher Briefmarkt
TNT fordert faire Spielregeln im Briefmarkt

Der niederländische Postkonzern TNT fordert faire Spielregeln für alle Wettbewerber auf dem deutschen Briefmarkt. "Der für 2008 geplante Wegfall des Briefmonopols ist ein wichtiger Schritt, aber er reicht nicht aus, um einen chancengleichen Wettbewerb sicherzustellen", sagte TNT-Chef Peter Bakker dem Handelsblatt.

DÜSSELDORF. Gleichzeitig müsse auch die Umsatzsteuerbefreiung der Deutschen Post wegfallen. Die Niederlande wollen ihren Briefmarkt ebenfalls 2008 öffnen und kennen laut einem TNT-Sprecher keine Umsatzsteuerbefreiung.

Die Deutsche Post pocht dagegen auf einheitliche europäische Regelungen. Auf EU-Ebene werde die Steuerbefreiung sehr unterschiedlich gehandhabt, sagte ein Post-Sprecher. "Wir fordern gleiche Spielregeln auf europäischer Ebene", sagte der Sprecher. Dem Bonner Konzern drohen hohe Belastungen durch den Wegfall der Umsatzsteuerbefreiung. Der Deutschen Post dürfte es kaum gelingen, die zusätzliche Steuerlast einfach auf das Porto aufzuschlagen, meinen Experten. Denn bereits heute sind die Konkurrenten wie TNT Post und die Pin-Group, hinter der die Zeitungsverleger WAZ, Springer und Holtzbrinck stehen, wesentlich preisgünstiger, inklusive Mehrwertsteuer.

Es gebe noch keine Berechnungen über die Auswirkungen einer Umsatzbesteuerung, sagte der Post-Sprecher. Schließlich könne die Post dann auch Vorsteuer von ihrer Steuerschuld abziehen. Die Umsatzsteuer sei daher ein mehr oder weniger durchlaufender Posten.

Auf dem deutschen Briefmarkt werden laut Bundesnetzagentur in diesem Jahr rund 10 Mrd. Euro Umsatz erzielt. Der Marktanteil der rund 750 Wettbewerber der Deutschen Post beträgt danach acht Prozent. 2004 waren es noch fünf Prozent. Allerdings erzielt nur ein gutes Dutzend Wettbewerber einen Umsatz von über 10 Mill. Euro. Insgesamt haben sie knapp 45 000 neue Jobs geschaffen. Die Deutsche Post hat dagegen allein 2005 rund 3440 Arbeitsplätze abgebaut.

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