Deutscher Einzelhandel Händler starten mit Umsatzminus ins Jahr

Der deutsche Einzelhandel ist schwach in das neue Jahr gestartet. Die Umsätze fielen um 0,2 Prozent geringer aus als im Vormonat. Künftig könnte die steigende Inflation die Kauflaune der Verbraucher trüben.
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Das Jahr 2017 beginnt ernüchternd für die deutschen Einzelhändler, sanken die Umsätze doch um 0,2 Prozent. Quelle: dpa
Gebremste Kauflaune

Das Jahr 2017 beginnt ernüchternd für die deutschen Einzelhändler, sanken die Umsätze doch um 0,2 Prozent.

(Foto: dpa)

BerlinDie deutschen Einzelhändler sind mit einem Dämpfer ins Jahr gestartet. Die Umsätze sanken im Januar um 0,2 Prozent zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Klammert man steigende Preise aus, blieb sogar ein reales Minus von 0,8 Prozent. Ökonomen hingegen hatten hier mit einem leichten Plus gerechnet. Zum Vorjahresmonat liefen die Geschäfts deutlich besser: In diesem Vergleich hatten die Unternehmen 4,5 Prozent mehr in den Kassen, wobei der Januar einen Verkaufstag mehr hatte als vor einem Jahr. Künftig könnte die steigende Inflation die noch gute Kauflaune der Verbraucher trüben und damit auch den Handel treffen.

Der Branchenverband HDE peilt für das laufende Jahr zwei Prozent mehr Umsatz an, nach einem Plus von rund 2,3 Prozent 2016. Vor allem der Internet-Handel dürfte für Schwung sorgen. Dies zeigte sich auch im Januar, als die Sparte nominal um rund elf Prozent binnen Jahresfrist zulegte. „Wachstumstreiber ist abermals der Onlinehandel“, sagte ein HDE-Sprecher. "Die Impulse kommen aus dem Nicht-Lebensmitteleinzelhandel." So legte auch das Geschäft mit Möbeln, Haushaltsgeräten und Baumaterialien überdurchschnittlich zu.

Schnitzel und Bohrmaschinen reißen Löcher in die Haushaltskasse
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Die Nürnberger Gfk-Konsumforscher haben in einer aktuellen Kaufkraft-Studie untersucht, wofür die Deutschen ihr Geld ausgeben. Fest steht: Im Schnitt haben die Verbraucher im Jahr 5.413 Euro, um sie in den Einzelhandel zu stecken. Dabei wird hierzulande vor allem am Kind gespart: Mit 12 Euro pro Kopf liegen Baby- und Kinderartikel am Ende der so genannten „Sortimentskaufkrafttabelle“.

Handy im Leo-Look
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Durchschnittlich 33 Euro geben die Deutschen im Jahr für Telekommunikation aus; dazu zählen Handys, Telefon- und Faxgeräte. Ob da schon das neue iPhone (schon durch das Vorgängermodell für 629 Euro kann schnell mal ein respektables Loch in der Haushaltskasse entstehen), das mutmaßlich im September in die Regale kommt, bereits eingerechnet ist?

Wirtschaftsforscher wollen Reiche zur Kasse bitten
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Auch wenn Eurokrise und Konjunkturschwäche den Deutschen noch auf die Kauflaune drückt, eines geht immer: Für Uhren und Schmuck werden im Jahr 57 Euro investiert.

Konsumgütermesse Ambiente
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Für Hausrat, dazu gehört neben Kochgeschirr auch Glas und Porzellan, stehen im Jahr 2012 laut GfK-Prognose 80 Euro je Einwohner an Kaufkraft zur Verfügung.

Caravan Salon 2012
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Mückenstiche, Rückenschmerzen, undichtes Zelt - all das ist für viele Urlauber nichts. Doch Campen kann, das hat die Caravan-Salon vor kurzem in Düsseldorf gezeigt, inzwischen auch ganz anders sein. 1,8 Prozent ihrer Kaufkraft investieren Verbraucher in den Bereich Sportbedarf und Camping. Das sind gut 100 Euro im Jahr.

Taiwan Computex
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Informationstechnologie kann heutzutage vieles sein. Die Gfk-Experten zählen dazu Computer, Software und so genannte Peripheriegeräte, also Mäuse oder auch externe CD-Laufwerke. Durchschnittlich 110 Euro geben die Deutschen dafür pro Kopf und pro Jahr aus.

Schuhhandelskette Görtz streicht Stellen
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109 Euro pro Jahr geben die Deutschen für Schuhe und Lederwaren aus. Das entspricht laut Gfk zwei Prozent ihrer Kaufkraft.

Auch der Handel in den 19 Euro-Ländern insgesamt eröffnete 2017 mit einem Umsatzminus. Die Erlöse fielen nach Angaben der Statistikbehörde Eurostat im Januar überraschend um 0,1 Prozent zum Vormonat. Dies war bereits der dritte Rückgang in Folge. Der jüngste Optimismus zur Konjunktur im Währungsraum führe derzeit nicht zu mehr Einkäufen, sagte Ökonom Bert Colijn von der Großbank ING. „Ein Grund dafür ist wahrscheinlich das Anziehen der Inflation in den vergangenen Monaten.“

Die Verbraucherpreise im Euro-Raum waren im Februar um 2,0 Prozent gestiegen und damit so kräftig wie seit Januar 2013 nicht mehr. Dies dürfte die Kaufkraft der Menschen zunehmend belasten. Auch das von den GfK-Marktforschern berechnete Konsumklima der Deutschen hatte sich zuletzt wegen der Inflation bereits etwas eingetrübt.

  • rtr
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