Deutscher Konzern wirft Amerikanern Verletzung von Markenrechten vor
Adidas zerrt Ralph Lauren vor Gericht

Der zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt geht vor Gericht in die Offensive. Am MIttwoch wurde bekannt, dass die amerikanische Niederlassung der Adidas-Salomon AG eine Klage gegen den Modehersteller Polo Ralph Lauren Corp. eingereicht hat. Die Deutschen werfen dem US-Konzern vor, die Markenrechte von Adidas verletzt zu haben.

jojo/mwb MÜNCHEN. Das Herzogenauracher Unternehmen stört sich an einer Jacke von Ralph Lauren mit zwei Streifen. Dies würde den geschützten drei Streifen des Konzerns zu sehr ähneln, behaupten die Herzogenauracher. Dadurch würden die Käufer getäuscht, weil sie annehmen müssten, ein Adidas-Produkt zu kaufen. Adidas fordert, dass die Jacken zurückgenommen und vernichtet werden.

Das Unternehmen kämpft seit Jahren verbissen um den Schutz seines Markenzeichens, der traditionsreichen drei Streifen. Eine Sprecherin des Konzerns wollte den laufenden Rechtsstreit nicht kommentieren. Sie sagte aber, dass weitere ähnliche Fälle laufen würden. „Ob Produkte zwei oder vier Streifen haben, ist egal, die Leute verwechseln solche Waren mit unseren, und das wollen wir nicht“, begründete sie das Vorgehen. Prinzipiell versuche man aber immer, sich außer gerichtlich zu einigen.

Adidas hat eigens eine Abteilung mit 19 Mitarbeitern ins Leben gerufen, die gegen Markenpiraterie kämpft. „Wir betreiben das sehr konsequent und halten an unserer harten Linie fest“, betonte die Sprecherin. Seit Jahren führt Adidas rund um die Erde Prozesse. Neben der Nobelmarke Ralph Lauren liegt Adidas in den USA auch im Clinch mit der US Polo Association. Der Verband hatte einen Schuh mit zwei Streifen auf den Markt gebracht. „Kreative Imitation ist in der Branche weit verbreitet“, sagt ein Kenner der Szene.

Mit ihren juristischen Vorstößen sind die Deutschen aber nicht immer erfolgreich. Im vergangenen Herbst unterlag die Sportfirma dem niederländischen Unternehmen Fitnessworld vor dem Europäischen Gerichtshof. Fitnessworld hatte Sportkleidung mit zwei vertikalen Streifen versehen. Nach Ansicht der Richter ist der Markenschutz aber nicht berührt, solange die Verbraucher die Streifen nur als Verzierung auffassen. „Die Klage von Adidas hat im Blick auf die gängige Rechtsprechung auch diesmal wenig Aussicht auf Erfolg“, unterstrich am Mittwoch ein Brancheninsider. Ein Sieg in erster Instanz, der eine Unterlassung zur Folge hätte, wäre schon mehr als ein Achtungserfolg.

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