Deutscher PR-Markt zersplittert
PR-Agenturengruppe Pleon will 2005 zweistellig zulegen

Die zum amerikanischen Werbekonzern Omnicom gehörende PR-Agentur Pleon geht trotz schwacher Konjunktur in Europa mit ausgesprochenem Optimismus ins neue Jahr.

HB DÜSSELDORF. „Wir werden 2005 zweistellig wachsen", sagte Vorstandschef Rainer Zimmermann dem Handelsblatt. Pleon will vor allem in den Bereichen Politik-PR und Kommunikationsberatung für Unternehmen zulegen. „Falls das Wachstum unter zehn Prozent liegen sollte, wären wir nicht zufrieden", sagt Zimmermann zu den Zukunftserwartungen. Im Gegensatz zu seinen Konkurrenten verfügt die erst im Oktober aus der Taufe gehobene PR-Agenturengruppe über ein europäisches Netzwerk mit 700 Mitarbeitern.

Pleon ist durch die Fusion der PR-Agenturen ECC-Gruppe (Kohtes & Klewes, Publico) und Brodeur entstanden und erwirtschaftet einen Nettohonorarumsatz von schätzungsweise 75 Mill. Euro. Das europäische Netzwerk besteht aus 23 eigenen Agenturen in neun Ländern. In Europa ist allerdings Citigate, die beispielsweise den Medien-Milliardär Haim Saban bei der Übernahme des TV-Konzerns Pro Sieben Sat 1 beraten hat, die uneingeschränkte Nummer Eins.

Pleon setzt große Hoffnungen auf die PR-Märkte in Großbritannien, Belgien und Spanien. Besonders das vor vier Jahren gegründete Brüsseler Büro mit derzeit 40 Mitarbeitern boomt. Unternehmen und Verbände nehmen angesichts der wachsenden Kompetenzen der EU immer öfter die Dienstleistung von PR-Fachkräften in Anspruch.

Noch entfallen mehr als die Hälfte aller Umsätze auf die deutsche Tochter Kohtes & Klewes. Unternehmenskreise sprechen von einem Nettohonorarumsatz von 55 Mill. Euro. Der Rest der Erlöse stammt aus Österreich, Großbritannien, Frankreich, Benelux und Italien. Die Pläne zu einer Europäisierung sind nicht neu. Bereits vor drei Jahren wollte der damalige ECC-Chef Gregor Schönborn ein internationales Netzwerk aufbauen. Die Pläne scheiterten aber am Widerstand des Mutterkonzerns Omnicom.

Über Renditen macht Pleon ähnlich wie die Konkurrenten keine Angaben. Die Geschäfte der PR-Berater laufen offenbar wieder prächtig. Insider berichten von einer Gewinnmarge von über 15 Prozent. Die PR-Branche hatte in Deutschland nach dem Zusammenbruch der New Economy und dem Ende des Börsenbooms eine Krise durchgemacht. So hatte sich Kohtes & Klewes angesichts des schlechten Geschäfts von 15 Prozent aller Mitarbeiter getrennt.

Der deutsche PR-Markt ist ausgesprochen fragmentiert. „Die Vielfalt des Marktes bleibt erhalten. Denn die meisten Agenturen – meist mit zwei oder drei Mitarbeitern - sind regional und lokal verankert“, sagt Volker Nickel, Geschäftsführer des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft (ZAW). Derzeit gibt es 900 Unternehmen mit 2 000 Einzelberatern. Selbst Pleon als Marktführer in Deutschland kommt auf einen Marktanteil von weniger als 2,5 Prozent. Nach ZAW-Angaben beläuft sich der Umsatz der PR-Branche in Deutschland auf jährlich 2,03 Mrd. Euro.

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