Deutscher Service-Sektor wuchs im Mai
Zukunft der Dienstleistungs-Branche unsicher

Von einer deutlichen Erholung der deutschen Dienstleistungs-Branche kann weiter nicht gesprochen werden. Angesichts der fehlenden Kauflust der Deutschen und des kostentreibenden hohen Ölpreises sehen Experten zudem dunkle Wolken über der Branche heraufziehen.

HB BERLIN. „Die Kombination aus abflauendem Auftragseingang und hohem Kostendruck ist kein gutes Omen für die Zukunft“, sagte Chefvolkswirt Chris Williamson vom britischen Forschungsinstitut NTC am Donnerstag. Der von NTC ermittelte Reuters-Service-Index stieg im Mai zwar leicht auf 53,6 von 53,3 Punkten und signalisierte für die Branche - zu der Hotels, Banken und Spediteure gehören - den zehnten Monat in Folge bessere Geschäfte. Volkswirte befürchten aber, dass die eher konsumabhängigen Dienstleister vorerst umsonst auf die Rückkehr der Kauflaune warten.

In anderen Ländern Europas profitierte die Service-Branche dagegen schon von wachsender Konsumfreude der Bürger. Der Service-Index für die Euro-Zone stieg auf 55,8 von 54,5 Punkten. Von Reuters befragte Analysten hatten dagegen nur einen Anstieg auf 54,6 Zähler und einen Rückgang des Index für Deutschland auf 53,2 Punkte erwartet.

Zwar profitierten viele deutsche Service-Unternehmen von einer steigenden Nachfrage aus dem Ausland, aber die Kaufzurückhaltung der Verbraucher und niedrige Investitionen belasteten das Neugeschäft. Der Orderindex zeigte im Mai den geringsten Auftragszuwachs seit zehn Monaten. „Die Umfrage liefert Anzeichen dafür, dass sich die Situation eher verschlechtern als verbessern wird“, sagte Williamson. Auch das Auftragspolster der Firmen nahm erneut ab.

Anders als die deutsche Industrie kommt die Service-Branche - die zusammen mit öffentlichen Dienstleistern über 70 % des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) erwirtschaftet - damit nicht wirklich vom Fleck. „Der Service-Index ist den zehnten Monat in Folge über der Expansionsschwelle von 50 Punkten und gleichzeitig liegt das Konsumentenvertrauen am Boden“, sagte Andreas Rees von der HVB. „Diese Entwicklung passt nicht zusammen, weil der Service-Sektor stark von der Binnennachfrage abhängt.“ Letztlich werde sich der Pessimismus der Verbraucher gegenüber dem Optimismus der Firmen durchsetzen.

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