Deutsches Abfallgeschäft
Schmutzspur durch Veolias Gewinn

Der französische Wasser- und Umweltdienstleister Veolia Environnement hat an dem 2007 übernommen deutschen Entsorger Sulo keine Freude: Veolia buchte im vergangenen Jahr eine Abschreibung von 430 Mio. Euro auf seine Müllentsorgungs-Aktivitäten – der Löwenanteil ist Sulo zuzuschreiben.

PARIS. Daher halbierte sich Veolias Gewinn auf nur noch 405 Mio. Euro, deutlich weniger, als Analysten erwartet hatten. Der Umsatz stieg dagegen dank hoher Energiepreise, neuer Verträge und Zukäufe in Ländern wie Deutschland und Italien um 13,4 Prozent auf 36,2 Milliarden Euro.

Veolia hatte für die deutsche Sulo 1,45 Mrd. Euro von Apax Partners und Blackstone übernommen. Auf dem umkämpften deutschen Müllmarkt habe Sulo Verträge verloren, zudem seien die Preise für Altmetall und Wertstoffe drastisch gefallen, begründete Veolia die Wertkorrektur.

Schon im Sommer 2008 beklagte Konzern-Chef Henri Proglio, dass Sulo in Sachen Rentabilität nicht die Konzernvorgaben erfülle. Indirekt räumte Proglio ein, dass er für Sulo den Fondsinvestoren zu viel bezahlt hat: „Sulo war eine gute Entscheidung zum falschen Zeitpunkt.“

Proglio hatte zuletzt mit aggressiven Zukäufen das Unternehmen zum größten Wasserversorger der Welt gemacht. Angesichts der Krise und der hohen Schulden sorgen sich nun Anleger, dass Veolia das Kapital erhöhen muss.

Dem widersprach jetzt der Konzernchef: „Was immer auch passiert, wir brauchen kein neues Kapital“, sagte er. Das beruhigte Anleger, die Aktie legte Freitag rund drei Prozent zu; in den vergangenen zwölf Monaten hatte sie fast 70 Prozent verloren.

Statt neuer Zukäufe steht nun Sparen auf dem Programm: Daher will Veolia bis 2011 Konzernteile für drei Mrd. Euro verkaufen – geplant waren zunächst nur 1,5 Mrd. Euro. Ferner sollen die Investments um 44 Prozent auf zwei Mrd. Euro gekürzt werden. Denn 2008 stiegen die Schulen um 1,4 Mrd. Euro auf 16,5 Mrd. Euro an, dem 3,6-fachen des operativen Ergebnisses.

Proglio widersprach der Befürchtung, dass im Zuge der Krise der Konzern seine Assets zu Schleuderpreisen loseisen müsse. „Wir führen bereits für einige der Assets Gespräche, und wir werden sie nicht zu jedem Preis verkaufen.“

2008 verfehlte Veolia indes sein Ziel, für eine Milliarde Euro Konzernteile zu verkaufen, nur 761 Mio. Euro kamen zusammen. Daher sind die Analysten des Brokers Cheuvreux skeptisch, ob Veolia nicht doch eine Kapitalstärkung braucht. „Wir sind nach wie vor besorgt über das Risiko einer Kapitalerhöhung im ersten Halbjahr 2010“, schreiben sie.

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