Deutschland könnte ein EU-Verfahren drohen
Spar-Gruppe will weiterhin Dosen verkaufen

Die Spar-Supermarktkette wird sich entgegen ihren ursprünglichen Plänen nicht am geplanten bundesweiten Pfandsystem von Lekkerland-Tobaccoland beteiligen.

Reuters BERLIN. Spar habe sich entschieden, ab 1. Oktober das Bon-System der Vfw AG zur Rücknahme von Einwegverpackungen zu nutzen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. „Beim Kauf eines mit Pfand belegten Getränks erhält der Kunde einen Pfand-Sicherheitscoupon, den er wieder einlösen kann“, hieß es. „Damit können die 2 500 Spar-Märkte sowie die 200 Eurospar und Intermarche Verbrauchermärkte ihren Kunden weiterhin Getränke in Einwegverpackungen anbieten.“

Spar nimmt damit seine Ankündigung vom Juni zurück, ein gemeinsames Rücknahmesystem mit dem Lebensmittelgroßhändler Lekkerland-Tobaccoland aufzubauen, an dem sich insgesamt 100 000 Verkaufsstellen mit Kiosken, Tankstellen und Spar-Filialen beteiligen sollten.

Branchen-Experten sehen mit der Absage von Spar den Start eines bundesweiten Rücknahmesystems für Einweg-Getränkeverpackungen zum 1. Oktober gefährdet. Die EU-Kommission hatte jedoch aus wettbewerbsrechtlichen Gründen genau hierauf bestanden und Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) gemahnt, ein bundesweit einheitlichliches Rücknahmesystem sicher zu stellen. Deutschland könnte nach Einschätzung von Experten nun ein EU-Verfahren drohen. Trittin hatte die Einigung von Spar und Lekkerland als Erfolg gewertet und sich bereit erklärt, auf dieser Basis das derzeitige Übergangssystem zu tolerieren. Derzeit können die Einweg-Verpackungen nur in den Verkaufsstellen oder Handelsketten zurück gegeben werden, in denen sie erworben wurden.

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