Deutschlands fünftgrößter Energiekonzern bleibt eigenständig
EWE geht vorerst nicht an die Börse

Nach monatelangen Sondierungen hat sich der Energiekonzern EWE vorerst gegen einen Börsengang oder den Einstieg eines strategischen Investors entschieden. Das Unternehmen und seine kommunalen Aktionäre wollen die Finanzkraft nach den jüngsten Akquisitionen nun über eine langfristige Umschuldung stärken und erwägen dabei die Ausgabe einer Anleihe.

DÜSSELDORF. Dies kündigte Vorstandschef Werner Brinker im Gespräch mit dem Handelsblatt an. Die Aktionäre der EWE AG haben die Pläne bereits beschlossen.

Der Oldenburger Regionalversorger ist durch Übernahmen zum fünftgrößten Versorger Deutschlands aufgestiegen und kommt auf einen Umsatz von rund 6 Mrd. Euro. EWE profitierte dabei von den Auflagen, die Eon und Ruhrgas im Zuge ihrer Fusion auferlegt worden waren, kaufte deren Anteil am Bremer Versorger SWB und übernahm die Kontrolle über die Ferngasgesellschaft Verbundnetz Gas (VNG). Gleichzeitig stockten die Aktionäre, die Weser-Ems Energiebeteiligungen GmbH und der Energieverband Elbe-Weser Beteiligungsholding GmbH, ihren EWE-Anteil auf 100 Prozent auf. EWE bezahlte 1,5 Mrd. Euro, die kommunalen Aktionäre 530 Mill. Euro. Um die Zwischenfinanzierung abzulösen, hatte Brinker die Optionen Börsengang, strategischer Investor oder eigenständige Finanzierung prüfen lassen.

"Die langfristige, eigenständige Finanzierung der Akquisitionen ist zu diesem Zeitpunkt für uns die beste Lösung“, sagte Brinker, „ein späterer Börsengang oder die Beteiligung eines strategischen Investors ist damit aber weiter möglich.“ Der Charme der Umschuldung sei ja, dass die EWE AG die Entwicklung des Energiemarktes in Ruhe beobachten und auf sich bietende Chancen reagieren könne.

Die beratenden Investmentbanken Dresdner Kleinwort Wasserstein und Goldman Sachs würden jetzt konkrete Möglichkeiten prüfen. „Natürlich denken wir dabei auch über eine Anleihe nach“, sagte Brinker. Zumindest für den von der EWE aufgenommenen Kredit dürfte dies die bevorzugte Variante sein. Die beiden Aktionäre könnten sich dagegen für ihren Part auch günstige Kommunalkredite besorgen.

Kurzfristig schloss Brinker einen erneuten Anlauf für einen Börsengang aus. Die beiden Aktionäre wollten nach Abwägung der Optionen die alleinige Kontrolle der EWE AG nicht gleich wieder abgeben, sagte Brinker. Das Marktumfeld habe dabei natürlich eine Rolle gespielt. Zuletzt waren mehrere Börsengänge wegen ungünstiger Marktbedingungen abgesagt worden.

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