Deutschlands größter Händler
Metro kämpft sich in die Gewinnzone zurück

Deutschlands größter Handelskonzern hat sich aus der Verlustzone gekämpft im zweiten Quartal. Der Umsatz ist hingegen gesunken. Olaf Koch hatte die Finanzmärkte bereits darauf eingestimmt. Er ist trotzdem optimistisch.
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DüsseldorfDer Handelskonzern Metro hat sich nach einer langen Durststrecke wieder aus der Verlustzone gekämpft und seinen Ausblick für das verkürzte Geschäftsjahr bekräftigt. Im zweiten Quartal verbuchten die Düsseldorfer unter dem Strich einen Gewinn von 33 Millionen Euro, wie Metro am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahresquartal war noch ein Fehlbetrag von 18 Millionen Euro angefallen.

Allerdings präsentierte CEO Olaf Koch wie angekündigt und von Analysten erwartet einen Umsatzrückgang. Von Januar bis Juni 2013 erzielte der Konzern einen Umsatz von 30,8 Milliarden Euro, nach 31,5 Milliarden im entsprechenden Vorjahreszeitraum – ein Rückgang um 2,3 Prozent. Im 2. Quartal 2013 sank der Umsatz um 3,6 Prozent auf 15,3 Milliarden Euro (2012: 15,8 Milliarden).

Hier machten sich neben der schwachen Konjunktur in Europa auch Verkäufe, das frühe Ostergeschäft und die Einzelhandelsstreiks in Deutschland bemerkbar. Nur in Asien und Afrika wuchs Metro. Im operativ Geschäft (Ebit) sank der Gewinn vor Sonderfaktoren von April bis Juni auf 276 Millionen Euro von 315 Millionen Euro. Neben Umsatzrückgängen machte Metro dafür auch Preisoffensiven verantwortlich.

Insgesamt schlug sich der Handelsriese damit aber besser als von Analysten erwartet. Von Reuters befragte Experten hatten im Schnitt für das zweite Quartal mit einem Umsatz von 15,27 Milliarden Euro, einem Ebit vor Sondereffekten von 269 Millionen Euro und einem Überschuss von 13,1 Millionen Euro gerechnet.
Die Neuausrichtung des Unternehmens hat die Metro-Chef Olaf Koch auch im zweiten Quartal weiter intensiv vorangetrieben. Der CEO ist zufrieden: „Wir haben im vergangenen Quartal wesentliche Fortschritte gemacht“, sagte Koch. „Dies gilt sowohl für operative Maßnahmen wie den Ausbau des Online und Belieferungsgeschäfts, als auch für notwendige Veränderungen an Strukturen, Prozessen und dem Portfolio.“

Das Engagement zahlt sich aus, entsprechend stieg der Umsatz aus dem Belieferungsgeschäft im 1. Halbjahr um 19,2 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro nach 1,1 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Im 2. Quartal lag der Anstieg sogar bei 21,8 Prozent auf 0,7 Milliarden Euro.

Auch der Umsatzanteil der Eigenmarken legte zu und erreichte im 1. Halbjahr 2013 11,6 Prozent nach 11,4 Prozent im Vorjahreshalbjahr. Dabei war das 2. Quartal besonders erfolgreich und der Anteil der Eigenmarken stieg von 11,7 Prozent auf 12,1 Prozent. Über das Internet generierte die Metro im 1. Halbjahr einen Umsatz von 0,6 Milliarden Euro und damit 72,0 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im 2. Quartal 2013 erreichte der Online-Umsatz 0,3 Milliarden Euro.

Für das Rumpfgeschäftsjahr 2013 bekräftigte er seine Prognosen. Der Konzern erwartet weiter ein moderates Umsatzwachstum. Dem operativen Ertrag (Ebit) vor Sonderfaktoren sollen Immobilien-Verkäufe auf die Sprünge helfen und ihn so über den Vorjahreswert von 706 Millionen Euro heben. Handelskonzerne fahren den Löwenanteil ihres Gewinns im vierten Quartal mit dem Weihnachtsgeschäft ein. Dieses fällt bei der Metro dann in das neue Geschäftsjahr 2013/2014.

Carina Kontio ist Redakteurin im Ressort Unternehmen & Märkte.
Carina Kontio
Handelsblatt / Redakteurin Unternehmen
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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