Deutschlands zweitgrößter Flughafen
München plant für neue Dimensionen

Ein Rekordjahr im Visier, die dritte Startbahn in Planung: Der Flughafen München will 2006 erstmals mehr als 30 Millionen Passagiere abfertigen und stößt allmählich an die Grenze seiner Kapazität.

MÜNCHEN. „Spätestens ab 2010 brauchen wir die dritte Startbahn“, sagt Flughafenchef Michael Kerkloh im Gespräch mit dem Handelsblatt. Bereits jetzt habe Deutschlands zweitgrößter Airport in den Stoßzeiten morgens und abends keine Spielräume mehr für weitere Start- und Landerechte.

Wie dynamisch die Entwicklung ist, zeigt das erste Halbjahr: Mit einem Passagierzuwachs von 7,7 Prozent ist München neben Madrid und Barcelona der wachstumsstärkste Flughafen in Europa und wird Rom in den Passagierzahlen dieses Jahr wohl überholen. Hält der Trend an, hat München seine Zahlen am Ende 2006 binnen zehn Jahren glatt verdoppelt.

Mit zwei Startbahnen kann der Flughafen derzeit 90 Flugbewegungen pro Stunde abwickeln, eine dritte Bahn würde 120 Starts und Landungen erlauben. Der Bau der dritten Bahn ist beschlossene Sache – doch noch rollen die Bagger nicht. Flughafen und Freistaat haben sich vor einem Jahr für den Bau entschieden, das Planfeststellungsverfahren läuft.

Im so genannten Nachbarschaftsbeirat, in den die Vertreter des Umlands eingebunden sind, wächst aber der Widerstand. Die Anwohnergemeinden wollen das Projekt mit Klagen überziehen. Die Kritiker bezweifeln den dauerhaften Bedarf einer dritten Startbahn. „Alle Bedarfsprognosen für den Flughafen München haben in der Vergangenheit zu kurz gegriffen“, hält Kerkloh den Kritikern entgegen.

Mit Madrid, Amsterdam und Frankfurt gehen drei der wichtigsten europäischen Konkurrenten auf eine Kapazität von 120 Flugbewegungen pro Stunde zu. Vor allem die chronische Überlastung Frankfurts eröffnet München Wachstumschancen. So hat der Flughafen gemeinsam mit der Lufthansa 2003 das Terminal 2 eröffnet, das zur Zeit der wesentliche Wachstumstreiber in München ist.

„Wir gehen davon aus, dass die Lufthansa bis 2010 bis zu 30 Langstreckenflugzeuge in München stationieren wird“, sagt Kerkloh. Damit würde die Fluggesellschaft ihre Langstreckenflotte in München fast verdoppeln. Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber macht allerdings den Bau der dritten Startbahn zur Voraussetzung für die Expansion.

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